Die Walkinggruppe besuchte Vlatten und seine Burg
Als sich 2006 einige Heimbacher trafen, um die „Jungen Alten“ zu gründen und nach Ideen für Gruppen des Vereins zu suchen, hatte Brigitte Gfeller sofort einen Plan: „Ich wollte keine Couch-Potatoe werden und beschloss, eine Walking-Gruppe zu gründen“, schmunzelt sie. „Zusammen mit anderen gibt man nicht so schnell auf. Im Übrigen macht es mehr Spaß, sich in Gemeinschaft fit zu halten.“
Ihre Idee ging auf: Seit nunmehr 17 Jahren zieht sie mit Gleichgesinnten durch die Heimbacher Wälder – und das gleich zwei Mal in der Woche. „Irgendwann wurde ich gefragt, ob wir nicht mehrmals gehen könnten. Da habe ich zugesagt.“
Gerne wüsste sie, wie viele Kilometer ihre Gruppen in all den Jahren zurückgelegt haben. Doch das kann niemand mit Sicherheit sagen. Fest steht nur, dass bei jedem Treffen bis zu fünf Kilometer Strecke bewältigt werden.
Die Schauplätze wechseln. Mal führt der Marsch am Rursee entlang, dann bietet das Heimbachtal beliebte Strecken und auch die Höhenwege werden gerne genutzt. „Ich überlege mir immer mal wieder eine neue Strecke, damit unsere Treffen abwechslungsreich und spannend bleiben“, sagt sie.
Ab und zu steht auch eine Besonderheit auf dem Programm. Und das war in diesen Tagen wieder der Fall: Rund 20 Gruppenmitglieder kamen nach Vlatten, und bevor sie zu einer kleinen Wanderung starteten, wurden sie in der Burg von Oliver von Gagern herzlich begrüßt. Bei einem erfrischenden Apfelsaft aus eigener Produktion erzählte er die Geschichte der Vlattener Burg und die enge Verbindung seiner Familie zu dem historischen Gemäuer.
Die Besucher sahen vor Ort, wie viel Arbeit es kostet, die Reste der mittelalterlichen Burg aus dem 14. Jahrhundert zu sanieren und zu sichern. Großes Erstaunen und Bewunderung erregte der weitläufige Park mit dem sogenannten Rapunzel-Turm, der in sanftes Sonnenlicht getunkt war, und tatsächlich märchenhaft aussah.
Zum Abschluss der Besichtigung führte Oliver von Gagern seine Besucher ins Herrenhaus, das seit 2021 von ihm und seiner Frau Lydia aufwendig saniert und unter anderem mit vier Ferienwohnungen bestückt wird. Auch der eichenholzgetäfelte Saal, in dem Feste, Konzerte und Lesungen veranstaltet werden können, stand auf dem Besichtigungsprogramm.
„Wenn das mittelalterliche Gemäuer saniert ist, werden wir es ebenfalls als Bühne nutzen können und im Park Open-Air-Veranstaltungen durchführen“, sagte Oliver von Gagern und gab der Walking-Gruppe viel Gesprächsstoff mit auf ihren weiteren Marsch durch Vlatten, der schließlich im Haus von Familie Höger endete (Foto oben). ush

Burgbesitzer Oliver von Gagern führte seine Besucher durch den Park und erläuterte den Stand der Sanierungsarbeiten.

Der malerische „Rapunzelturm“ wurde von den Besuchern bewundert.

Es war heiß, und die Walkinggruppe unter Leitung von Brigitte Gfeller (vorne links) begnügte sich nach der Burgbesichtigung mit einem Spaziergang durch Vlatten.

