Gemeinsam gut älter werden

Die Gruppen der „Jungen Alten Heimbach“ stehen auch jüngeren Interessenten offen – Neue Mitglieder sind willkommen

„Ich habe viele neue Erfahrungen sammeln können.“ – „Niemals hätte ich gedacht, dass ich malen kann, bevor ich in diese Gruppe kam.“ – „Für mich ist es ein neuer Lebensabschnitt. Nach dem Tod meines Mannes habe ich wieder Mut geschöpft.“ – „Ich habe neue Freunde gefunden und treffe mich mit ihnen auch außerhalb der Gruppe.“ – „Mit Gleichgesinnten zusammen zu sein, ist das Schönste, was es gibt.“ – „Ich habe das Gefühl, es ist einfacher geworden, älter zu werden. Wir haben einen regen Austausch.“

Diese Meinungen erklären, warum die Gruppen der „Jungen Alten“ so viel Zustimmung finden. In lockerer Atmosphäre gehen die Mitglieder ihren Hobbies nach und merken ganz nebenbei, dass sie immer fitter und vitaler werden. Vom Boule-Spiel über Handarbeiten, Malen, Fitness, Tanz, Gesang und Spiel bis zu Radfahren und Kochen ist für jeden etwas dabei. Fast 20 Frauen engagieren sich in der „Heimbachhilfe“. Und Ende des Jahres wird eine neue Fotografie-Gruppe angeboten.

„Gemeinsam gut älter werden“ ist das Motto, das hinter all diesen Aktivitäten steht. Und „älter“ sind auch schon 50-jährige. Der Verein versteht sich nicht ausschließlich als Seniorentreff, sondern freut sich auch über jüngere Mitglieder. „Sie bringen oft frische Impulse in die Gemeinschaft“, sagt die Vorsitzende Hilde Amrein. „Deshalb sollten sich auch Jüngere nicht scheuen, mitzumachen.“ Einige von ihnen haben sogar den Mut gefasst, selbst eine Gruppe zu gründen, um ihr Talent auch anderen zur Verfügung zu stellen, denn auch das ist jederzeit möglich. Wer eine Idee hat, kann sie anmelden. Der Verein setzt dann alles daran, sie zu realisieren, selbst wenn es Geld kostet.

Und auch das ist wichtig: Die Teilnahme an allen Veranstaltungen ist völlig kostenlos. Es wird nicht einmal ein Mitgliedsbeitrag erhoben – der Verein lebt von Spenden, die seine zufriedenen Mitglieder freiwillig geben.

Also nur Mut: Interessenten können sich bei Hilde Amrein informieren und anmelden: Telefon: 02446-3291.                                                           ush

Unser Bild zeigt auch ein paar jüngere Mitglieder des Vereins, die sich anstrengende Wanderungen zumuten. Foto: Brigitte Gfeller

Wer macht mit?

Neue Fotogruppe geht Ende des Jahres an den Start

Wer seinen Blick schärfen möchte für die schönen, originellen oder aufregenden Aspekte der Umgebung, ist in einer neuen Fotogruppe der „Jungen Alten“ herzlich willkommen: Manuel Perez freut sich über Interessenten, die mit ihm auf Foto-Safari gehen wollen oder in geselliger Runde über das Hobby Fotografieren sprechen möchten. „Wichtiger als die perfekte Technik ist die Suche nach  geeigneten Motiven“, sagt Manuel Perez „Aber wenn es die Teilnehmer wünschen, erkläre ich natürlich auch gerne die Möglichkeiten, die eine moderne Kamera bietet. Erst wenn ich weiß, welche Vorkenntnisse die Teilnehmer haben, erkenne ich, welche Inhalte in der Gruppe sinnvoll sind.“ Der langjährige Hobbyfotograf freut sich auf die neue Aufgabe und will Ende des Jahres mit seiner Gruppe starten.
Anmeldungen sind schon jetzt möglich bei Manuel Perez, Telefon. 02446-3291, oder Hide Amrein, Telefon: 02446-1433.                             ush

Auch Glück und gute Gelegenheiten sind wichtig beim Fotografieren. Unser Bild zeigt den Schnappschuss eines Schmalrehs im Kreuzauer Wald.
Foto: Ulrike Schwieren-Höger

Ein Nachmittag am Grill

Nicht immer muss die Boule-Kugel rollen, manchmal ist es auch schön, Grillfleisch zu schwenken. Das dachten sich die Mitglieder der Boule-Gruppe von Hannelore Züll. Bei Kethi Laumen wurde so zünftig gefeiert, dass zum Schluss sogar ein Tänzchen auf dem Programm stand. Unser Bild zeigt die Gruppe der „Jungen Alten“ im „Party-Garten“.                                         ush

Eine Schiffsparty ist lustig

Die Walkinggruppe ließ es einmal geruhsam angehen. Statt einer anstrengenden Walkingrunde stiegen die Fitnessfreunde aufs Schiff und fuhren von Rurberg nach Einruhr. „Wir haben unseren „Urlaubstag“ genossen“, sagt Gruppenleiterin Brigitte Gfeller. „Ein wenig Entspannung muss auch mal sein.“ Und wie das Foto zeigt, waren zahlreiche Teilnehmer genau ihrer Meinung. Foto: Brigitte Gfeller

Heimatpreis für die Heimbachhilfe

Die Freude ist groß: Die „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ ist von Bürgermeister Jochen Weiler mit dem Heimatpreis des Landes NRW geehrt worden. Damit wird das Engagement gewürdigt, das die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen in der „Kleiderstube“ der Einrichtung zeigen.

1000 Euro wandern damit in die Kasse der „Heimbachhilfe“, und gerade in diesen Monaten wird das Geld dringend benötigt. Der Grund: Ein Umzug steht bevor, da die bisherigen Räume an der Hengebachstraße 8 baufällig sind. Der Heimatpreis wird helfen, die damit verbundenen Kosten zu bewältigen und eine weitere Gruppe einzurichten, die einen zweiten Verkaufstag in der Woche ermöglichen soll. Unser oberes Bild zeigt Bürgermeister Jochen Weiler, der Marianne Schimang stellvertretend für alle Mitarbeiterinnen den Heimatpreis überreicht.

Um eine weitere Gruppe einrichten zu können, die montags von 14.30 bis 17.30 Uhr die Türen öffnen wird, hofft die Heimbachhilfe auf neue Mitarbeiter. Interessenten wenden sich bitte an Inge Wergen, Telefon. 02446-3471.

Derzeit bietet die Heimbachhilfe schöne Trachtenkleider, Sportbekleidung, Herrenbekleidung und Kinderkleidung an. Auch Bücher, Spiele, ein brauner Kinderwagen, Wippen und ein Kinderfahrradsitz können preiswert erworben werden.

Die Heimbachhilfe an der Hengebachstraße 8 ist donnerstags von 14.30 Uhr bis 17.30 Uhr geöffnet. Telefonisch ist die Heimbachhilfe erreichbar über Inge Wergen, Telefon: 02446-3471, Marianne Schimang, Telefon: 02446-3786 und Maja Schöller, Telefon. 02446-91910.
Die „Jungen Alten“ kamen mit einer größeren Gruppe, um den Heimatpreis entgegen zu nehmen. Fotos: Brigitte Gfeller

Picknick im Dreivierteltakt

„Neben dem Freibad ist der Kurpark heute der kühlste Platz in Heimbach“, sagte Ulrike Schwieren-Höger lächelnd und eröffnete damit das Picknickkonzert bei sommerlicher Hitze. Trotz der hohen Temperaturen waren rund 250 Zuschauer der Einladung der „Jungen Alten“ gefolgt, viele bepackt mit Klapptischchen, Stühlchen und vielen Leckereien.

Sie wurden nicht enttäuscht: Die Abendsonne tunkte den Kurpark in goldenes Licht, die Rur plätscherte eilig vorbei und spendete Kühle, einige Besucher ließen es sich an ihren Ufern auf Decken gut gehen. Freunde und Bekannte trafen sich zu einem Plausch.

Und zu allem spielte das Salonorchester „Achso!“ unermüdlich, von einigen Pausen abgesehen, fünf Stunden lang: Das „Neapolitanische Ständchen“ war ebenso zu hören wie „Gold und Silber“ oder „Die lustige Witwe“. Zum Schluss, als Burg Hengebach erstrahlte und der Große Wagen direkt darüber am Himmel stand, wurde noch ein Wunsch erfüllt: „An der schönen blauen Donau“ erklang. Und dann endlich war es auch kühl genug für ein Tänzchen, das sich einige Besucher nicht nehmen ließen. Romantik pur.

Im Kurpark wurde der Sommer gefeiert. ush

Auf der Kurparkwiese fand ein großes gemeinsames Picknick statt.
Am Abend erstrahlte Burg Hengebach über der Szenerie.

Die Heimbachhilfe sucht Helfer

Die Heimbachhilfe im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ wird im vierten Quartal dieses Jahres in größere Räume an der Hengebachstraße 108 umziehen. „Das ist nötig, weil das Haus unserer alten Einrichtung baufällig ist“, sagt die Leiterin Inge Wergen.

Nach dem Umzug soll auch das Angebot erweitert werden. Künftig wird die „Heimbachhilfe“ an zwei Tagen in der Woche schöne gebrauchte Kleidung, Spielzeug und kleine Gegenstände zu äußerst günstigen Preisen anbieten.

„Um dies zu ermöglichen, suchen wir noch Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter, die Freude daran haben, mit uns zu arbeiten“, sagt Inge Wergen.

Interessenten melden sich bitte bei einer der drei Gruppenleiterinnen Inge Wergen, Telefon: 02446-3471, Marianne Schimang, Telefon: 3786 oder Marja Schöller, Telefon: 02446-91010.

Unser Foto zeigt Mitarbeiterinnen der Heimbachhilfe bei einem gemeinsamen Arbeitsfrühstück.

Zwei auf einen Streich

Der Leiter der Malgruppe der „Jungen Alten“, Ernst Bernhauser, zeigt vom 14. bis 28. August gemeinsam mit sechs anderen Künstlern der KADE-Künstlergruppe aus der Eifel seine Pastellkreiden und Mischtechniken im Heilsteinhaus in Einruhr. Die Vernissage wird von Frank Ledig am Akkordeon und Dr. Mohamed Bidaoui am Bass musikalisch begleitet und findet am Sonntag, dem 14. August, 11 Uhr statt. Die Mitglieder der „Jungen Alten“ sind herzlich eingeladen.

Fast zeitgleich, vom 19. August bis 12. September, präsentiert sich Ernst Bernhauser im Dürener Tor von Nideggen. „Derzeit überlege ich, was der Schwerpunkt meiner dortigen Ausstellung sein wird“, sagt er. „Ich habe bisher eine Vorauswahl getroffen.“

Die Ausstellung in Nideggen wird um den holländischen Künstler „MM“ bereichert, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Bildende Kunst, Musik und Videos miteinander zu verbinden. So soll eine Realität geschaffen werden, die im Alltag nicht vorstellbar ist.

Die Vernissage dieser Ausstellung findet am 19. August, 19 Uhr, mit Live-Musik von DAB statt. Auch hierzu sind „Die jungen Alten“ herzlich eingeladen.

Neue Satzung beschlossen

Bei der Jahreshauptversammlung der „Jungen Alten“ wurde einstimmig mit einer Enthaltung eine neue Satzung beschlossen. Damit wird der bisherige Vorstand mit der Vorsitzenden Hilde Amrein, ihrem Stellvertreter Walter Schöller und Kassierer Wolfgang Virnich erweitert: Dem Gremium gehört nun auch wieder die Mitbegründerin des Vereins, Ulrike Schwieren-Höger, an. Sie organisiert Sonderveranstaltungen und ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit sowie die Veröffentlichungen im Internet zuständig. Außerdem wurde Claudia Lüth in den Vorstand berufen, die den Beirat als neues Organs des Vereins vertritt. Beide wurden von den 31 stimmberechtigten Mitgliedern mit einer Enthaltung gewählt.

Zuvor hatte Hilde Amrein über besondere Aktivitäten der vergangenen Monate berichtet und um Spenden zur Unterstützung der Arbeit der „Jungen Alten“ gebeten. Wolfgang Virnich trug den Kassenbericht vor, der von den Kassenprüfern Robert Feicke und Reinhard Virnich für korrekt befunden wurde. Zu neuen Kassenprüfern wurden Frank Ledig und erneut Reinhard Virnich gewählt.

Als besonderen Höhepunkt der nächsten Wochen nannte Hilde Amrein das bevorstehende „Picknickkonzert“. Es wird am Samstag, 13. August, im Kurpark stattfinden. Im Mittelpunkt steht das Salonorchester „Achso!“.

Unser Bild zeigt den alten Vorstand mit Hilde Amrein (rechts), die trotz ihres Handicaps zur Versammlung kam, sowie Walter Schöller (links am Tisch) und Wolfgang Virnich.

Ein Nachmittag voller Heimat

Einen „Heimatnachmittag“ kann man riechen, schmecken und hören: Bei einem duftenden Tässchen Kaffee, nostalgischen Süßigkeiten und dem überaus altmodischen „Kalten Hund“ lauschten fast 30 „Junge Alte“ in der EvA Eifeler Bräuchen und Anekdoten.

Ulrike Schwieren-Höger hatte in Eifel-Jahrbüchern gestöbert, um Heimatliches zu finden und auch Texte der Autorin Sophie Lange ausgesucht. Im Wechsel mit Hilde Amrein trug sie einen Strauß bunter Geschichten vor. Zum Erstaunen vieler kam dabei sogar Weltstar Mario Adorf zu Wort, denn er war in seiner Kindheit Eifler, weil – so berichtet er in seiner Autobiographie – seine Mutter kurz nach seiner Geburt von Zürich zurück nach Mayen ging, wo ihre Familie lebte.

Erschreckend für einige zu hören, was „De Schand“ für Bauernmädchen bedeutete. Und wie es zuging, wenn Mädchen von den Dorfburschen „ersteigert“ wurden, weckte bei einigen sogar Erinnerungen an eigene, nicht immer schöne Erlebnisse. Auch die Hausschlachtung war einen Blick zurück wert, und ganz aktuell wirkte ein Loblied auf den Kohleofen in der Küche, der gleichzeitig Herd und Backofen war und in den jetzigen merkwürdigen Zeiten vielleicht bald ein Comeback erleben wird.

Viel Temperament zeigte Walter Schöller, als er von der Schulzeit erzählte und in schönstem Heimbacher Platt ein Gedicht vortrug, das er als Junge in Schönschrift abgeschrieben hatte.

Der „Heimatnachmittag“ wurde umrahmt von Frank Ledig am Akkordeon und Mohamed Bidaoui am Bass, die unter anderem das Eifellied von Dagmar Ledig vortrugen und die Zuhörer zum Mitsingen animierten.

Und auch das ist wichtig: Wer Gefallen an dem „Heimatnachmittag“ gefunden hat und selbst etwas vortragen möchte, sollte sich melden. Wir organisieren gerne weitere Treffen, in denen die „gute alte Zeit“ in der Eifel wiederaufleben kann.                                         ush          

Gemeinsam für die Heimat: Akteure und Publikum erfreuten sich an Heimatthemen. Es durfte auch gesungen werden. Fotos: Walter Schöller