„Junge Alte“ schneidern Mundschutz

Eine Krankenschwester der Eifelklinik St. Brigida in Simmerath hat im Heimbacher Verein „Die jungen Alten“ eine Nähaktion ausgelöst: Nachdem sie erzählt hatte, dass es im Krankenhaus an Mundschutz fehlt, zögerten einige Mitglieder nicht lange, sondern setzten sich prompt zuhause an ihre Nähmaschinen, um das Gewünschte zu schneidern.

Wer kein Schnittmuster hatte, wurde von der Vorsitzenden des Vereins, Hilde Amrein, mit einer Vorlage aus dem Internet versorgt. Bisher haben sieben Frauen in stundenlanger Arbeit rund 300 Stück angefertigt. Das ist erst der Anfang. Die Schneiderinnen wollen weitermachen, solange Bedarf besteht. „Sie hängen mir ihre fertigen Handarbeiten morgens an die Türklinke“, sagt Hilde Amrein, „ich hole sie dann ab und übergebe sie der Schwester im Sammelpack.“

Auch Lakenstoffe, aus denen der Mundschutz gefertigt werden kann, wurden bereits von Vereinsmitgliedern gespendet. Auf diese Weise bleiben einige Mitglieder des Vereins wenigstens gedanklich und handwerklich miteinander verbunden, auch wenn zurzeit keinerlei Gruppentreffen stattfinden können. Unser Foto zeigt einige der erarbeiteten Stücke.                                                      ush

Keine Veranstaltungen, keine Gruppen, keine Heimbachhilfe

Mit großem Bedauern müssen wir sowohl das Kaffee-Klatsch-Kino am kommenden Sonntag, als auch den Ringelnatzabend am Samstag, 21. März, absagen. Bürgermeister Peter Cremer hat uns in Hinblick auf die Corona-Pandemie dringend darum gebeten, zumal wir mit diesen Veranstaltungen auch alte Menschen, also die Hauptrisikogruppe, ansprechen. Wir bitten herzlich um Verständnis. Bitte gebt allen Mitgliedern Bescheid, denen ihr begegnet. Wir können in der Kürze der Zeit nicht alle erreichen.

Auch die Gruppenarbeit wird bis auf weiteres eingestellt. Wir möchten unsere Mitglieder nicht gefährden, denn zur Zeit ist es nicht sinnvoll, soziale Kontakte zu pflegen.

Bitte beachten: Auch die Kleiderstube der Heimbachhilfe bleibt bis Ende April geschlossen.

Wie ihr auf unserem Bild seht, hat Corona die Absagen veranlasst. Wir hätten die Veranstaltungen, die Arbeit in der Kleiderstube und die Gruppentreffen gerne durch- und weitergeführt. Aber jetzt ist Vorsicht das erste Gebot.

Bleibt gesund. Wir freuen uns auf ein Wiedersehen.

Rendezvous mit Spitzkohl und Möhre

Ein kleiner Weißkohl, Möhren und Mango bestimmen die Farbpalette auf dem Tischchen, und die Küchenmesser warten auf den Einsatz. Acht Frauen und ein Mann haben sich im Gemeinschaftsraum der evangelischen Kirche getroffen. Sie wollen gemeinsam kochen – zum ersten Mal.

Die Gruppenleiterinnen Ulla Küpper und Inge Wergen grüßen freundlich in die Runde: Ein ganzes Menu soll gezaubert werden, und die Rezepte liegen schon bereit: Vorab gibt es einen Rohkostsalat, dann folgt ein „Falscher Hase“ mit Porreegemüse und Salzkartoffeln. Der süße Schluss ist ein Schüsselchen mit Gartenbrombeeren und Pumpernickelquark. Lecker.

Versammelte Rohkost: Die Gemüse warten auf ihren Auftritt.

Doch vor der Schlemmerei steht die Arbeit. Die kleine Küche wird ebenso belagert wie der Gemeinschaftsraum, es wird geschnibbelt, gelacht und gerührt. Nach einer guten Stunde legt sich die erste Aufregung. Der Hackfleischbraten muss in den Backofen, der Porree und die Kartoffeln simmern auf dem Herd, und der Nachtisch zeigt sich lecker in den Schüsselchen.

Zeit für die Tischdekoration: Inge Wergen hat dafür einen Streifzug durch den Garten gemacht und auch Basteltipps parat. Wie sich ein Luftballon in eine schöne Schale verwandelt, erklärt sie den staunenden „Jungen Alten“ ebenso wie Bastelarbeiten mit Eierkartons. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der Tisch ist festlich geschmückt, als die  dampfende Schüsseln darauf gestellt werden. Die ersten Bissen lassen keinen Zweifel: Alles schmeckt prima. Das gemeinsame Kochen ist ein voller Erfolg.

„Zuhause habe ich selten Lust, für mich alleine etwas zuzubereiten“, gibt manch einer zu in der Runde. – Das haben sich Inge Wergen und Ulla Küpper gedacht. Und genau deshalb laden sie zum gemeinsamen Kochen ein. Und immer soll es so  lecker und fröhlich sein wie beim ersten Mal. Mit der dazu passenden Dekoration.

Informationen bei Inge Wergen, Telefon: 02446 – 3471.                                                   ush

Die Zwiebeln werden von Gruppenleiterin Ulla Küpper geschnitten, ganz ohne Tränen.
Gemeinsam bei der Zubereitung des Nachtischs. Gruppenleiterin Inge Wergen zeigt, wie es geht.
Zu zweit ist die Arbeit für den Rohkostsalat schnell erledigt.
Schnibbeln gehört zum Handwerk.
Arbeit am dampfenden Herd.
Auch die Tischdekoration muss stimmen: Inge Wergen erklärt, wie sich ein Luftballon in ein Körbchen verwandeln lässt.
So ist’s lecker: Festlich geschmückt ist der Tisch.

 

Malgruppe in der Kunstakademie

Nachdem das WIZE seine Tore auch für die „Jungen Alten“ geschlossen hat, sind die Teilnehmer der Malgruppe von Ernst Bernhauser umgezogen. Gearbeitet wird jetzt im Atelier der Kunstakademie. Unser Foto zeigt das erste Treffen in neuen Räumen.                                                                       ush/Foto: Hilde Amrein

Mit Kindern tanzen

Die neu gegründete Tanzgruppe von Claudia Lüth und Hilde Amrein hat schon auf dem Neujahrsempfang ihr Können gezeigt. Mit großer Freude sind die Tänzerinnen dabei, immer neue Formationen einzustudieren. Einmal im Monat treffen sie sich dafür eine Stunde lang in der evangelischen Kirche. Nun stehen die ersten „Abenteuer“ an: Am 17. März wollen die Gruppenmitglieder die Kinder der Kita Hausen zum Mittanzen animieren. Und am 6. Mai steht ein Besuch der Kita Hasenfeld an.                                                ush

Die genaue Schrittfolge wird einstudiert.
Die Freude an Bewegung steht im Vordergrund.
Beliebt ist auch der Tanz im Kreis.

 

Immer weiter hoch hinaus

Zu einem Karnevalistischen Dämmerschoppen hatten Frank Ledig am Akkordeon und Mohamed Bidaoui am Bass eingeladen. Und mehr als 50 Mitglieder und Gäste ließen sich nicht bitten und feierten einen Abend lang bunt kostümiert und überaus sangesfreudig. „Einmal am Rhein“ war ebenso zu hören wie „So ein Tag“ und „Mer schenken der Ahl en paar Blömchen“. Helmut Breuer ließ es sich nicht nehmen, ein paar Anekdoten aus dem alten Heimbach zu erzählen und dazu ein paar Lieder zu singen. Und auch Hannelore Züll trug einen launigen Vortrag bei, der mit fröhlichen Songs bestückt war.

Helmut Breuer trug Heimbacher Geschichten vor.
Prinzessin Leonie I. und Adjutantin Anna Lena sangen und tanzten sich in die Herzen der Zuschauer.

Der Höhepunkt des Abends war der Auftritt des Heimbacher Kinderprinzenpaars, Prinzessin Leonie I. und Adjutantin Anna Lena. Sie sangen sich mit dem umgedichteten Lied „Auch wenn wir schon weit gekommen sind – wir gehen immer weiter hoch hinaus“ in die Herzen der Zuschauer. Und Annette Breuer, die Leiterin der Gruppe, plauderte ein wenig über die Hintergründe des Auftritts: Das prächtige Kleid von Prinzessin Leonie I. wurde in 70 Stunden mühevoller Kleinarbeit von ihr und einer anderen Karnevalistin genäht. Wenn ein solches Gewand gekauft werden müsste, wären mehr als 1000 Euro fällig.

Es wurde gesungen, geschunkelt und gelacht. 

Die Vorsitzende der Jungen Alten, Hilde Amrein, bedankte sich bei den jungen Gästen mit Süßem und einem Geldgeschenk, damit der schöne Brauch auch in Zukunft weiter gepflegt werden kann.

Unser Bild oben zeigt (von rechts) Frank Ledig, Mohamed Bidaoui und Ingrid Wergen, die mit dem Tambourin den Takt schlug.                                                                ush

Auch Meisje Dagmar Ledig war dabei.
Die Vorsitzende Hilde Amrein nebst Gatte in Feierlaune.
Schöne Kostüme waren Trumpf.
Clowns unter sich.

Mutzen mit Eierlikör

Die Handarbeitsgruppe um Karin Breuer (ganz rechts im Bild) bewies, dass auch in der Karnevalszeit in gemütlicher Runde gestrickt und gehäkelt werden kann. Der Tisch war reichlich geschmückt mit Luftschlangen und Konfetti. Es gab Kaffee und selbst gebackene Mutzen, die – so ein Geheimtipp – nach dem ersten Bissen mit Eierlikör gefüllt werden konnten und besonders köstlich schmeckten.

Frühstücksglück

Die Walking-Gruppe von Brigitte Gfeller (ganz hinten rechts) trifft sich normalerweise zwei Mal in der Woche, um eine große Runde zu laufen und damit etwas für die Fitness zu tun. Manchmal allerdings ist Schlemmen angesagt. Und jetzt war es wieder so weit: Die Sportlerinnen trafen sich im Gemünder Café Dahmen, um über Gott und die Welt zu plaudern. Unübersehbar war der Tisch reich gedeckt. Da dürften sie in den nächsten Wochen wieder emsig trainieren müssen…

Hallo, Herr Ringelnatz

Unter dem Titel „Hallo, Herr Ringelnatz“ veranstalten die „Jungen Alten“ am Samstag, 21. März, 19 Uhr, in der evangelischen Kirche Heimbach einen Abend rund um den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883-1943).

Dirk Chr. Siedler, evangelischer Pfarrer in Düren und waschechter Berliner, wird  sowohl die humorvolle Ringelnatz-Seite beleuchten, als auch nachdenkliche Texte vortragen. Dazu spielt die Band „Cantalyra“ Stücke der 1920er Jahre und Vertonungen von zwei Ringelnatz-Gedichten, die extra für diesen Abend komponiert wurden!

Joachim Ringelnatz (1883-1943) – Schriftsteller, Kabarettist und Maler – ist vor allem wegen seiner skurrilen Witz-Verse beliebt. An diesem Abend werden aber vor allem seine eher unbekannten zeitkritischen Gedichte aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen präsentiert. Mit der kommunistischen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg sympathisierend, wurde Ringelnatz ein kritischer Begleiter der wilden 1920er und 1930er Jahre in Berlin. Dort verbrachte er seine letzten Lebensjahre mit Blick auf den Sachsenplatz, an dem eine  illustre Nachbarschaft wohnte, die an diesem Abend vorgestellt wird.

Dirk Chr. Siedler ist in Berlin geboren und wuchs in direkter Nähe des Sachsenplatzes auf – gewissermaßen in Nachbarschaft zu Joachim Ringelnatz. Er weiß daher das eine oder andere zu erzählen. Die Besucher erwartet ein sowohl heiterer als auch nachdenklicher Abend.

 

 

Zwei Lokalzeitungen berichten über die „Jungen Alten“

Einen dreiviertelseitigen Bericht hat die Redakteurin der Kölnischen Rundschau/ Kölner Stadt-Anzeiger, Julia Reuss, über unseren Verein geschrieben. Gleich zwei Mal kam sie zu diesem Zweck nach Heimbach: Am ersten Tag befragte sie die Vorsitzende Hilde Amrein und Pressesprecherin Ulrike Schwieren-Höger über die Hintergründe der „Jungen Alten“. Am nächsten Tag besuchte sie die Gesangsgruppe von Frank Ledig, um Fotos zu machen.

In einer lebendigen Reportage mit der Überschrift „Im Alter nicht allein sein“ schildert sie ihre Eindrücke und erzählt anschaulich von einzelnen Aktivitäten. Schade nur, dass sie die „Heimbachhilfe“, in der 18 Frauen tätig sind, vergessen hat zu erwähnen. Und auch die erste Vorsitzende des Vereins, Margreth Bidaoui, wurde nicht genannt.

Der Verein dankt der Lokalpresse trotzdem für die Aufmerksamkeit und Wertschätzung. Das bestärkt uns in unserer Arbeit.                                                           ush