Beim ersten Ausflug grüßten 400 schafe

Walter Salentin aus Vlatten ist der neue Leiter der Fahrradgruppe der „Jungen Alten“. Die erste Tour startete gestern um 10 Uhr an der Kirche in Lammersdorf, wo sich elf Radler trafen. Manfred Amrein hatte die Rundfahrt vorbereitet, stellte Walter Salentin als neuen Gruppenleiter vor und versicherte, dass er die zukünftigen Touren vorbereiten und mitgestalten wird.

Die Teilnehmer reagierten erfreut, und starteten bei bedecktem Himmel Richtung Wesertalsperre in Belgien. Schon kurz nach der Abfahrt wurden die Radler von einem ersten Abenteuer überrascht: Eine Schafherde mit rund 400 Tieren säumte ihren Weg und die Radler hatten Gelegenheit, sich die Herde ganz aus der Nähe anzusehen.

Gute Stimmung herrschte bei der Weiterfahrt, die immer wieder durch kleine Pausen unterbrochen wurde. Gegen 16 Uhr erreichten die Radler wieder die Autos in Lammersdorf und gönnten sich beim Bäcker noch ein leckeres Stück Kuchen. Ein schöner Ausklang in bester Stimmung. Sogar die Sonne lachte am Nachmittag noch mit.                                       ush

Seine erste Tour führte nach Belgien: Walter Salentin ist neuer Gruppenleiter.

Elf Radler nahmen an der Rundreise nach Belgien und zurück teil.

Schöne Überraschung am Wegesrand.

Sie haben den Blues

135 Zuhörer kamen zum Konzert von „Blues Delivery“

Als „Summertime“ von George Gershwin erklang, hatten die Männer von „Blues Delivery“ die Herzen ihrer Zuhörer längt erobert. Zwei Stunden lang unterhielten sie das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Eva am Schönblick mit traditionellen Blues-Songs, die Werner Weber eigens für seine Band arrangiert hatte. Die 135 Zuhörer im Saal wippten und klatschten zu Stücken, die einst von schwarzen Arbeitern gesungen worden waren, und Anfang des 20. Jahrhunderts die Wurzeln der populären Musik legten. Jazz, Rock und Soul wären ohne diese Songs nicht denkbar.

„Blues Delivery“ stellt sich seit 40 Jahren dieser Tradition, spürt ihren Emotionen nach und setzt neue Akzente. Die Texte erzählen oft von harter Arbeit, von Ausbeutung und Diskriminierung. Mit einem Sänger wie Jupp Ebert erreichen sie eine einzigartige Qualität. In hohem Alter singt er Stücke wie „Pile driving Blues“ oder „County Jail Blues“ mit einer Intensität, die seine Zuhörer in Bann zieht. Kein Wunder, dass er In seiner Heimatstadt als „The Voice of Aachen“ verehrt wird.

Und dann Riedel Diegel: Er ist der Meister des Atems. Mit seiner Mundharmonika vollbringt er wahre Kunststücke, erzeugt nie gehörte Töne, wechselt während des Spiels die kleinen Instrumente und damit die Tonlagen, spielt mal schmusig, mal schmissig, mal rockig, mal fetzig und treibt mit seinen Einlagen die Musik voran, um immer wieder neue Akzente zu setzen. Beeindruckt lauschten die Zuhörer einem minutenlangen Solo, das erahnen ließ, wie einzigartig er die Mundharmonika beherrscht.

Der holländische Meistergitarrist Mark Beumers war eigens für das Konzert 250 Kilometer weit angereist. Seine Soli erhielten viel Szenenapplaus, sein Sound bildete das Rückgrat der Songs mit ihren eigenwilligen und ganz individuellen Arrangements. Zusammen mit dem Bassgitarristen Robert Schumacher, dem Heimbacher Publikum auch durch seine Auftritte bei „Cantalyra“ bekannt, brachte er den Blues-Rhythmus in die EvA.

Dass Blues nicht immer dem Klischee von „trauriger Musik“ entspricht, wurde an diesem Abend deutlich. Viele der Stücke sind im Gegenteil beschwingt, ja, tanzbar, einige versprühen Lebensfreude, die das Publikum dankbar aufnahm und am Ende zu Standing Ovations animierte. „Ich habe heute Abend viele lächelnd glückliche Gesichter gesehen“, sagte Werner Weber am Ende des Konzerts. „Das wirkt sich auch auf unser Spiel aus.“

Bei so viel Zuspruch bleibt nur noch, einen Satz von Andreas Grude zu zitieren, der die Internetseite der Band schmückt: „Ihr solltet Kassenzulassung beantragen“, schrieb er. „eine Stunde „Blues Delivery“ wirkt wie Psychotherapie, euer Spiel und eure Lebensfreude sind gut für Herz und Seele, da könnte sich manch einer die kleinen Pillen sparen.“ ush

        

„Blues Delivery“ (von rechts nach links): Robert Schumacher, Gründungsmitglied Werner Weber, Mark Beumers, Jupp Ebert und Riedel Diegel.

                                           

Jupp Ebert (links) und Werner Weber als Duo.
Jupp Ebert wird in seiner Heimat „The voice of Aachen“ genannt. Gefühlvoll und intensiv ist sein Vortrag.
Riedel Diegel beherrscht meisterhaft die Mundharmonika.
Riedel Diegel und Mark Beumers im Duett.
Zuletzt gab es nur noch ein paar Stehplätze. Die EvA war bis auf den letzten Stuhl belegt.

Fotos: Ulrike Schwieren-Höger, Walter Schöller