135 Zuhörer kamen zum Konzert von „Blues Delivery“
Als „Summertime“ von George Gershwin erklang, hatten die Männer von „Blues Delivery“ die Herzen ihrer Zuhörer längt erobert. Zwei Stunden lang unterhielten sie das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Eva am Schönblick mit traditionellen Blues-Songs, die Werner Weber eigens für seine Band arrangiert hatte. Die 135 Zuhörer im Saal wippten und klatschten zu Stücken, die einst von schwarzen Arbeitern gesungen worden waren, und Anfang des 20. Jahrhunderts die Wurzeln der populären Musik legten. Jazz, Rock und Soul wären ohne diese Songs nicht denkbar.
„Blues Delivery“ stellt sich seit 40 Jahren dieser Tradition, spürt ihren Emotionen nach und setzt neue Akzente. Die Texte erzählen oft von harter Arbeit, von Ausbeutung und Diskriminierung. Mit einem Sänger wie Jupp Ebert erreichen sie eine einzigartige Qualität. In hohem Alter singt er Stücke wie „Pile driving Blues“ oder „County Jail Blues“ mit einer Intensität, die seine Zuhörer in Bann zieht. Kein Wunder, dass er In seiner Heimatstadt als „The Voice of Aachen“ verehrt wird.
Und dann Riedel Diegel: Er ist der Meister des Atems. Mit seiner Mundharmonika vollbringt er wahre Kunststücke, erzeugt nie gehörte Töne, wechselt während des Spiels die kleinen Instrumente und damit die Tonlagen, spielt mal schmusig, mal schmissig, mal rockig, mal fetzig und treibt mit seinen Einlagen die Musik voran, um immer wieder neue Akzente zu setzen. Beeindruckt lauschten die Zuhörer einem minutenlangen Solo, das erahnen ließ, wie einzigartig er die Mundharmonika beherrscht.
Der holländische Meistergitarrist Mark Beumers war eigens für das Konzert 250 Kilometer weit angereist. Seine Soli erhielten viel Szenenapplaus, sein Sound bildete das Rückgrat der Songs mit ihren eigenwilligen und ganz individuellen Arrangements. Zusammen mit dem Bassgitarristen Robert Schumacher, dem Heimbacher Publikum auch durch seine Auftritte bei „Cantalyra“ bekannt, brachte er den Blues-Rhythmus in die EvA.
Dass Blues nicht immer dem Klischee von „trauriger Musik“ entspricht, wurde an diesem Abend deutlich. Viele der Stücke sind im Gegenteil beschwingt, ja, tanzbar, einige versprühen Lebensfreude, die das Publikum dankbar aufnahm und am Ende zu Standing Ovations animierte. „Ich habe heute Abend viele lächelnd glückliche Gesichter gesehen“, sagte Werner Weber am Ende des Konzerts. „Das wirkt sich auch auf unser Spiel aus.“
Bei so viel Zuspruch bleibt nur noch, einen Satz von Andreas Grude zu zitieren, der die Internetseite der Band schmückt: „Ihr solltet Kassenzulassung beantragen“, schrieb er. „eine Stunde „Blues Delivery“ wirkt wie Psychotherapie, euer Spiel und eure Lebensfreude sind gut für Herz und Seele, da könnte sich manch einer die kleinen Pillen sparen.“ ush






Fotos: Ulrike Schwieren-Höger, Walter Schöller

