Rund 120 Besucher trotzten beim Picknickkonzert im Kurpark dem Regen
Diesmal grollte der Wettergott dem Picknickkonzert der „Jungen Alten“. Als das „Salonorchester Achso!“ um Punkt 18 Uhr das Fest eröffnete, setzte leichter Nieselregen ein. Feucht blieb es auch in den nächsten Stunden. Und gegen 21 Uhr regnete es sogar in Strömen.
Doch, o Wunder: Die meisten der rund 120 Besucher blieben auf ihren Stühlchen sitzen und genossen ihr Picknick mit Musik unter Zeltdächern. Mithilfe des Jugendreferenten der Stadt Heimbach, Dirk Boltersdorf, konnten sechs Pavillons aufgestellt werden, Walter Schöller, stellvertretender Vorsitzender der „Jungen Alten“, und Kassierer Dieter Bodes steuerten vier weitere hinzu. Und schon wurde es für viele gemütlich unter den großen Zeltdächern bei Wein und Kerzenschein. Einige hatten sich selbst ihren „Sonnenschirm“ mitgebracht, andere saßen unter den hohen Parkbäumen an der Rur und versicherten: „Wir bekommen hier keinen Tropfen Regen ab.“
Das alles zeigt, wie wunderbar das neunköpfige Orchester „Achso!“ aus Aachen aufspielte. Unter Leitung von Friederike Pflaum und Fabian Berkner musizierten die neun Musiker voller Spielfreude und Enthusiasmus. Bekannte Konzertwalzer wie „Donauwellen“, „Geschichten aus dem Wienerwald“ oder „Mondnacht auf der Alster“ waren ebenso darunter wie Märsche, Polkas und Tangos. Das abwechslungsreiche, virtuos musizierte Programm begeisterte die Zuschauer und ließ die Unbilden des Wetters vergessen.
Zum achten Mal waren die Musiker von „Achso!“ in Heimbach, 2009 hatten sie im Kurpark ihren ersten Auftritt. Damals war die Idee des Picknickkonzerts noch völlig neu im weiten Umkreis, und die Musiker hatten sich sofort bereit erklärt, das Experiment zu wagen. „Wir freuen uns immer wieder nach Heimbach zu kommen“, sagt Orchesterchef David Havenith. „Und wir setzen alles daran, dass es klappt.“
Doch neben der wunderbaren Musik gab es noch einen weiteren Grund, der die Zuschauer auf ihren Stühlchen hielt: Zu vorgerückter Stunde „schwebte“ die „Abendröte“ ein. Die phantastische Figur mit ihren riesigen orangefarbenen Flügeln und der großen Sonne über dem Kopf verzauberte die Zuschauer zweimal mit ihren anmutigen Tänzen´. Zart flatterten ihre Gewänder, weit reichten ihre stoffumfluteten Arme, zärtlich kommunizierte sie mit den Besuchern.
Beim zweiten Auftritt kam sie deutlich größer daher. Und das hatte einen Grund: Sie stand auf Stelzen und trotzte hochaufgerichtet tanzend dem strömenden Regen mit Anmut und Grazie. Eine wunderbare Showeinlage des Zülpicher Theaters „Pantao“.
Als um 21.30 Uhr der Regen übermächtig wurde und die Rur im Nebel dampfte, spielten die Musiker von „Achso!“ ihre letzten Stücke. Langsam packten die Zuschauer Taschen und Körbe, aber einige baten trotz der Nässe um Zugaben. „Diesen Abend werden wir nicht so schnell vergessen“, sagte eine ältere Dame. „Die besonderen Umstände haben ihn einzigartig gemacht.“ ush


Die Vorsitzende der „Jungen Alten“, Hilde Amrein (links), und Ulrike Schwieren-Höger (zweite von links) eröffneten das Konzert unter Leitung von Friederike Pflaum (vorne).

Am Abend bot das Salonorchester „Achso!“ Romantik pur.


Uta vom Pantao-Theater in voller Schönheit.

Unsere Bilder oben und unten zeigen zufriedene Konzertbesucher im Park.










Fotos: Walter Schöller, Ulrike Schwieren-Höger

