Von meditativ bis virtuos

Ein strahlend blauer Himmel schmückte Heimbach, und alle Stühle der Straßencafés waren belegt mit Gästen, die es sich im Sonnenschein gut gehen ließen. Trotz dieser prachtvollen Open-Air-Szenerie kamen rund 60 Zuhörer in die Salvatorkirche, um einem Konzert mit der Mezzosopranistin Martina Garth und Kantor Peter Mellentin zu lauschen, zu dem die „Jungen Alten“ eingeladen hatten.

Der Titel des Konzerts „Glück, das mir verblieb“ war nicht ohne Grund gewählt worden. Zum einen ist es eine Arie von Erich Korngold (1897-1957) aus der Oper „Die tote Stadt“. Zum anderen verbindet Martina Garth mit diesem Lied Erinnerungen an ihre Eltern, die sie einst gebeten haben, es zu singen.

Stimmgewaltig und innig trug sie das Stück vor und widmete es – wie auch die anderen Lieder des Konzerts – ihrem Vater, der Anfang vorigen Jahres verstorben ist. Höhepunkte ihres Programms waren das meditativ vorgetragene „Urlicht“ von Gustav Mahler (1860-1911) und die „Stuart-Lieder“ von Robert Schumann (1810-1856). Anrührend und gefühlvoll sang sie das „Lascia ch’io pianga“ von Georg Friedrich Händel (1685-1759).

Kantor Peter Mellentin eröffnete das Programm mit dem zeitgenössischen, temperamentvollen „Festive Trumpet Tune“ von David German (geb. 1954) und spielte Solowerke von Hanns-André Stamm (geb. 1958) und Joseph Gabriel Rheinberger (1839-1901).

Die ganze Palette seines Könnens zeigte er zum Abschluss des Konzerts mit einem fulminanten „Scherzo concerto“, einer Improvisation, mit der er im wahrsten Sinne des Wortes alle Register zog. „Ausgehend von einer Grundvorstellung über Ablauf und Tonlagen improvisiere ich während des Spiels in vielerlei Schattierungen und immer wieder anderen Variationen“, sagt er. „Ein Notenblatt ist dafür nicht nötig.“

Das Publikum dankte den beiden Künstlern mit herzlichem Schlussapplaus. Und auch die „Jungen Alten“ möchten sich bedanken: Peter Mellentin spendet seine Gage der „Heimbachhilfe“.

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