Ruf doch mal „Bingo“

Das ist neu bei den „Jungen Alten“: Claudia Lüth und Ulrike Schwieren-Höger luden zum Bingo-Spiel ins Begegnungszentrum EvA ein. Ein wenig zaghaft erschienen zehn Mitglieder und harrten der Dinge, die da kamen: Die meisten hatten noch nie Bingo gespielt.

Doch das war kein Problem. Claudia Lüth (Foto oben) erwies sich als erfahrene Lehrerin. „Ich spiele das schon von Kindesbeinen an“, schmunzelte sie und erklärte geduldig die Regeln. Dann drehte sie eine kleine Trommel, die darin liegenden Kügelchen purzelten durcheinander, bis sich eine Kugel löste und die Zahl preisgab: „B-3“, „I-42“ oder „O-15“ nannte Claudia Lüth die gezogenen Nummern, und Ulrike Schwieren-Höger schrieb die Zahlenfolgen an den Flipchart. Bei den Mitspielern war Konzentration nötig, um als erste die zuvor gewünschte Zahlenfolge zu legen.

Doch es gelang: Mit Glück und Aufmerksamkeit konnte von einigen „Bingo“ gerufen werden. Ein kleiner Preis war den Siegern sicher. Die Vorsitzende Hilde Amrein hatte sogar soviel Glück, dass sie drei Gewinne mit nach Hause nehmen konnte.

„Das hat Spaß gemacht“, war anschließend die einhellige Meinung. Und deshalb wird das Spiel wiederholt. Zur Diskussion steht, dass künftig alle drei Monate bei den „Jungen Alten“ „Bingo“ gerufen werden kann.                                                         ush

Die Gewinner konnten sich ein kleines Geschenk aussuchen.

Wie spielt man „Bingo“? Claudia Lüth erklärte geduldichg die Regeln.

Fotos: Ulrike Schwieren-Höger

Alles ist Klang

Im Rahmen ihrer Meditationsabende hat Caroline Lauscher erneut den Musiker und Klangtherapeuten Waskhar Schneider zu Gast. Am Montag, 1. Dezember, ab 19 Uhr, lädt er uns ein, eine Stunde lang nur dem Klang zu lauschen.

Sein „Nada Brahma – Alles ist Klang-Bad“ ist eine Innenweltreise. Sie ermöglicht uns, den Strom der Gedanken ruhen und den Alltag hinter uns zu lassen. Für gut 60 Minuten umhüllen uns die Klänge von Instrumenten und Gesängen unterschiedlicher Traditionen und aus dem Reich der Fantasie. Sie fließen in uns ein, füllen uns aus. Gehalten durch achtsames Spiel der Instrumente öffnet das Klangbad einen Raum, in dem Transzendenz erfahren werden kann. Wir „schweben“ in dem vorbewussten Raum zwischen Wachsein und Schlaf.

Zu hören und zu erfahren gibt es die live gespielten Klänge von Gong und Handpan, Klangschalen, dem Didgeridoo, Maultrommeln, Kalimba, Monochord, Shrutibox, Flöten, Schlitztrommel, Rahmentrommel, Oberton- und Kehlgesang, Regenring und diversen Kleinpercussion-Instrumenten.

Waskhar Schneider, Musiker und Klangtherapeut, spielt seit mehr als 25 Jahre seine Instrumente mit großer Hingabe, gekonnt und inspiriert.

Der Eintritt zum Klangbad ist frei. Spenden sind willkommen.


Über den Erftradweg

Für unsere Fahrradgruppe hat die Wintersaison begonnen. Das heißt: Die Räder stehen still. Doch es gab noch eine letzte Tour, über die Gruppenleiter Walter Salentin nachfolgend berichtet:

„Unsere letzte offizielle Fahrt in diesem Jahr führte uns am 15.10.25 auf den Erftradweg. Um 9:30 Uhr trafen wir uns mit dem Auto an der Jugendhalle Vlatten und fuhren von dort aus mit Autos und Rädern nach Euskirchen. In den Erftauen haben wir die Autos abgestellt und sind mit einer zehnköpfigen Gruppe auf dem Erftradweg Richtung Neuß gefahren, wo die Erft in den Rhein mündet. Das Wetter spielte mit, und die Natur bot uns ein herrliches Bild an Farben. Der Radweg folgt immer sehr nahe der Erft, und so ändert sich laufend das Bild. .Wir passierten in einiger Entfernung die Orte Kessenich, Wüschheim, Derkum, Hausweiler Lommersum und Weilerswist.

Nach 1,5 Stunden wurde eine Trinkpause eingelegt, in der das Gesehene und Erlebte besprochen wurde. Es gibt ja immer viel zu erzählen. Dann ging die Fahrt weiter zu unserem Zielort Blessem.

Der Zustand des Fahradweges ist sehr unterschiedlich. Wir fuhren über glatten Teer, über groben Schotter bis zu feinem Schotter, aber auch stückweise über normale Feldwege. Die Fahrt war schon sehr anspruchsvoll.

In Blessem angekommen, suchten wir die dortige Tennishalle auf, in der sich ein schönes italienisches Restaurant befindet. Dort haben wir sehr lecker gegessen und natürlich ein paar Radler getrunken. 

Nach vielen ausführlichen Gesprächen ging es dann wieder auf den Radweg, diesmal in Richtung Euskirchen zurück. Es gab unterwegs einiges zu sehen, zum Beispiel ein riesiges Wasserrückhaltebecken, welches bei Hochwasser große Wassermassen aufnehmen kann und dieses dann kontrolliert an die Erft abgibt.

Die gesamte Fahrt verlief ohne Zwischenfälle, und so waren wir gegen 16:30 Uhr an den Autos und etwa um 17:30 wieder zuhause. 

Es war eine spannende und lustige Abschlußfahrt für 2025, und wir freuen uns schon jetzt  wieder auf den Start der nächsten Touren im neuen Jahr.“ 

„Ich freue mich, dass ich mich freu…“

„Die jungen Alten“ luden zu einer musikalischen Lesung in die Kunstakademie ein

„Jage die Angst fort und die Angst vor der Angst…“ Der Satz von Mascha Kaléko prägt ihr Leben. Als Jüdin musste die Lyrikerin, die im Berlin der 20-er und 30-Jahre zur künstlerischen Avantgarde zählte, Verfolgung fürchten, ihre Bücher wurden als „schädliche und unerwünschte Schriften“ verboten, sie emigrierte in die USA und kam erst nach dem Krieg für einige Jahre zurück nach Deutschland.

Bei einer musikalischen Lesung waren die Stationen ihres Lebens ebenso Thema wie ihre Gedichte und Prosa. „Die jungen Alten“ hatten mit Heidrun Grote, der Leiterin der Theaterschule in Nettersheim, und der Musikerin Jasmin Khalil zwei Künstlerinnen eingeladen, die Mascha Kaléko in all ihren Facetten vorstellten. Heitere Zeilen wie „…ich freu mich…, dass Brummer brummen, dass rote Luftballons ins Blaue steigen, dass Spatzen schwatzen. Und dass Fische schweigen“, waren ebenso darunter wie Melancholisches: „All meinen Schmerz ertränke ich in Küssen. All mein Geheimnis trag ich wie ein Kind. Ich bin ein Blatt, zu früh vom Baum gerissen. Ob alle Liebenden so einsam sind?“

Mascha Kaléko ist oft mit Heinrich Heine, Kurt Tucholsky, Erich Kästner und Joachim Ringelnatz verglichen worden. Und doch hat sie mit ironischem Witz und ihrer Melancholie einen eigenen Stil entwickelt, der sie im Berlin der 30-Jahre als Meisterin der „Neuen Sachlichkeit“ berühmt machte, und der noch heute berührt.

Mit schauspielerischer Kraft und sichtlicher Empathie trug Heidrun Grote Gedichte und Texte rund um das Leben von Mascha Kaléko vor. Jasmin Khalil spielte auf dem Flügel, auf Harfe und Gitarre. Und sie sang eigene Kompositionen – zu den Texten der Lyrikerin.

Rund 60 Zuschauer erlebten einen stimmungsvollen, eindringlichen Abend im Palas der Burg. Erstmals hatten die „Jungen Alten“ die Veranstaltung mit Lucia Schlösser, der Leiterin der Internationalen Kunstakademie, gemeinsam organisiert. Mit Erfolg. Das letzte Gedicht zauberte allen ein Lächeln ins Gesicht und weckte den Wunsch nach einer Zugabe:

„Ich freue mich, dass ich mich an das Schöne und an das Wunder niemals ganz gewöhne, dass alles so erstaunlich bleibt, und neu! Ich freue mich, dass ich …dass ich mich freu.“

 Heidrun Grote (rechts) und Jasmin Khalil.                                                                

Nach der Veranstaltung servierten Hilde Amrein, Vorsitzende der „Jungen Alten“, und Eventmanagerin Ulrike Schwieren-Höger einen Umtrunk.

Fotos: Walter Schöller