Es singt in mir

Aus der Stille erklingt ein Ton, zunächst kaum hörbar, dann sehr leise und immer lauter, bis er anschwillt zu einem Klang, der den Raum erfüllt, jeden Winkel durchdringt und Staunen vermittelt. Clara Flaksmann zaubert mit ihrer Kristallklangschale bisher nie gehörte Töne in den Saal der Begegnungsstätte EvA. Eine Ouvertüre, die beweist: Der Klang ist ein fesselndes Phänomen, das alle Sinne fordert.

Im Rahmen ihrer Meditationsabende hatte die Künstlerin Caroline Lauscher die Musikpädagogin und Chorleiterin Clara Flaksmann zum Mantra-Singen eingeladen, und mehr als 30 Gäste kamen, um sich auf dieses Experiment einzulassen. Nach anfänglichem Zögern schwand die Schüchternheit und ein Kreis von Menschen summte, brummte, tönte oder sang mit. Dazu erklangen nacheinander die indische Shruti-Box, die Tenor-Ukulele, das Handpan und die Djembe.

Nicht Schönsingen war gewünscht. Das Ziel war: Es singt in mir, gedankenlos und angstfrei. Mit geschlossenen Augen und wacher Aufmerksamkeit gelang dies im Verlauf einer Stunde immer besser. Zu spirituellen Gesängen wie „The River is flowing“ oder „Evening rise, spirit comes“ waren schon kräftige Stimmen zu hören, und als es mehrstimmig in die Oktaven ging, erfüllte sich der Raum mit Klängen, die alle beseelten und in ihren Bann zogen.

Als Clara Flaksmann nach einer Stunde noch einmal die Klangschale singen ließ, war Verbundenheit und Glück zu spüren in der Runde. „You make me fly – Du lässt mich fliegen“, sagte ein dankbarer Zuhörer und sprach damit vielen aus der Seele.      

   

Clara Flaksmann lud zum Mantrasingen ein, und viele ihrer Gäste waren berührt vom eigenen Tönen.                 Fotos und Text: ush