Hallo, Herr Ringelnatz

Unter dem Titel „Hallo, Herr Ringelnatz“ veranstalten die „Jungen Alten“ am Sonntag, 4. Juni, 19 Uhr, in der EvA am Schönblick in  Heimbach einen Abend rund um den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883-1943).

Dirk Chr. Siedler, evangelischer Pfarrer in Düren und waschechter Berliner, wird sowohl die humorvolle Ringelnatz-Seite beleuchten, als auch nachdenkliche Texte vortragen. Dazu spielt die Band „Cantalyra“ (unser Foto) Stücke der 1920er Jahre und Vertonungen von zwei Ringelnatz-Gedichten, die extra für diesen Abend komponiert wurden!

Joachim Ringelnatz (1883-1943) – Schriftsteller, Kabarettist und Maler – ist vor allem wegen seiner skurrilen Witz-Verse beliebt. An diesem Abend werden aber vor allem seine eher unbekannten zeitkritischen Gedichte aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen präsentiert. Mit der kommunistischen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg sympathisierend, wurde Ringelnatz ein kritischer Begleiter der wilden 1920er und 1930er Jahre in Berlin.

Dirk Chr. Siedler ist in Berlin geboren und wuchs in direkter Nähe des Sachsenplatzes auf – gewissermaßen in Nachbarschaft zu Joachim Ringelnatz. Er weiß daher das eine oder andere zu erzählen. Die Besucher erwartet ein sowohl heiterer als auch nachdenklicher Abend.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Gäste sind willkommen.

Ich freue mich, wenn die Leute hier glücklich sind

Die Malergruppe der „Jungen Alten“ unter Leitung von Ernst Bernhauser stellt ab 1. April in der Volksbank aus

In der Ecke bullert ein Holzofen und schickt seine Wärme ins Atelier. Auf einem Holztisch liegen Farben, Pinsel, Entwürfe und hinten im Raum öffnet ein Fenster den Blick aufs Land. Im Malerreich von Ernst Bernhauser (77) wird viel gearbeitet. Das sieht man auf den ersten Blick. Meistens greift er alleine zu Pinsel und Farbe, immer öfter aber kommen auch Gäste. Sie tragen Maske und halten Abstand, notieren brav im Gästebuch ihren Namen  und respektieren damit die neuesten Corona-Schutzverordnungen.

Seit sich die Mitglieder der „Jungen Alten“ nicht mehr in ihren Gruppen treffen dürfen, hat Ernst Bernhauser ein Notprogramm aufgelegt. Er lädt zu Malertreffen ins eigene Atelier ein, immer schön einzeln und zu vorher verabredeten Zeiten. „Ich freue mich, wenn ich sehe, dass die Leute hier glücklich sind“, sagt Bernhauser. „Diese Monate sind schwer genug.“ 

Manche schöne Malerei ist dabei entstanden, und die soll nun gezeigt werden: Ab 1. April stellen zehn Mitglieder der Malergruppe von Ernst Bernhauser in der Heimbacher Volksbank aus. Die Bilder sind vielfältig: Gearbeitet wird mit Acryl-, Aquarell- und Öl-Farben, Pastellkreide und Mischtechniken. Collagen stehen ebenso auf dem Programm wie Pouring, das überraschende Spiel mit Farben.

„Unsere Treffen sollen Spaß machen“, sagt Bernhauser, „deshalb probieren wir oft etwas Neues aus und lernen auch, wie Bilder gerahmt werden.“ Die Schüler danken es ihm und folgen seinen Ratschlägen. „Manchmal empfehle ich, in die Natur zu gehen und draußen zu arbeiten. Dort wird das Spiel der Bäume, der Gräser, der Büsche viel deutlicher, und manch einer erlebt hier malerische Fortschritte, die er nicht für möglich gehalten hätte.“

Die Arbeit mit Pinsel und Farben hat Bernhauser ein Leben lang begleitet, allerdings zunächst als Maler- und Tapezierer. In späteren Jahren war er Leitender Fachkrankenpfleger und ließ  sich in seiner Freizeit bei einem Schmincke-Lehrgang in Malerei ausbilden. „Da packte mich der Ehrgeiz“, sagt er, „ich habe immer mehr gemalt, und ich habe gemerkt, dass meine Bilder Anklang finden. Im Krankenhaus habe ich meine erste Ausstellung gemacht und gleich mehrere Gemälde verkauft.“

Vor allem die Landschaftsmalerei hat es ihm angetan: In seinem Atelier hängen stimmungsvolle Studien von Eifellandschaften und Impressionen aus dem Hohen Venn. Im früheren „Haus des Gastes“ war er erfolgreich mit dem Verkauf seiner Arbeiten, und er zeigte bei rund 80 Gruppenausstellungen in Frankreich, Österreich, Belgien und Deutschland sein Können. Auch in der Volksbank Heimbach war er mit seinen Bildern schon zu Gast. Doch diesmal sind seine Schüler an der Reihe. Nach einer Ausstellung beim letzten Stadtfest ist das die zweite Gelegenheit seiner Gruppe, sich dem Publikum zu zeigen. „Während der Geschäftszeiten kann jeder kommen und sich die Bilder anschauen“, sagt er. „Ich freue mich sehr, dass uns diese Möglichkeit gegeben worden ist.“