„Hallo, Hallo, wir bringen Freude“

Auf Einladung der „Heimbachhilfe“ gastierten die Aachener Clowns Franzi und Pit im Hergartener Pflegewohnheim

Franzi strotzt vor Übermut. In ihrem grasgrünen Kleidchen und mit den pinkfarbenen Schuhen hüpft sie über die Terrasse, schwenkt die Arme und sucht laut lachend Tanzpartner. Ihr zur Seite steht der gemütliche Pit, eine kleine Gitarre im Arm, deren Saiten er unermüdlich zupft, während er singt: „Hallo, hallo, wir wollen euch begrüßen und machen das so: Hallo, Hallo.“

Die Beiden sind Mitglieder der Aachener Klinik-Clowns, und sie wissen, für Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen ist Freude fast so wichtig, wie Fürsorge und gute Medizin. „Die Klinik-Clowns … schaffen emotionale Begegnungen in ganz sensitiver und persönlicher Weise. Sie leisten so einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden und zur „Heilung“, informiert die Internetseite ihres Vereins.

Das beweisen Franzi und Pit auch in Hergarten. Auf Einladung der „Heimbachhlfe“ sind sie aus Aachen angereist und verbreiten im dortigen Pflegewohnhaus gute Laune. Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Lara Dörsam, war im Vorfeld sofort offen für den Vorschlag, die Clowns in ihrem Haus auftreten zu lassen und sorgte für das passende Ambiente:  Auf der Terrasse herrscht Partystimmung: Luftballons und Luftschlangen liegen auf den Tischen, es duftet nach Waffeln. „In unserem Haus sind Menschen von 35 bis Mitte 80“, sagt sie. „Wir simulieren in Gruppen das Leben, weil alle mit ihren unterschiedlichen Krankheitsbildern miteinander wohnen.“

Über Krankheiten wird an diesem Tag nicht geredet. Franzi und Pit wollen singen: „An der Nordseeküste“ wird ebenso geschunkelt wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gesungen. Als das Eis gebrochen ist, pustet Franzi herrlich schimmernde Seifenblasen in die Luft, und wenig später schwenken einige Bewohner die Rasseln im Rhythmus und grölen zum Stierkampflied von Pit „Olé“.

„In Pflegeheimen treten wir als Clowns in besonderer Weise auf“, sagt Franzi, die im wahren Leben Barbara Portsteffen (69) heißt. „Die Menschen benötigen engeren Kontakt und direkte Ansprache.“ Dies leistet sie mit großer Empathie. Immer wieder eilt sie an die Tische, umarmt, streichelt die Bewohner und steckt ihnen kleine Herzchen ans Revers.   

Eigentlich ist sie Schauspielerin und im Aachener „Theater K“ aktiv. Als Clown tritt sie immer mit Pit alias Norbert Conrads (66) auf, der Lehrer an einer Förderschule ist. Die Beiden sind Improvisationskünstler, die auf die jeweiligen Situationen eingehen, spontanen Eingebungen folgen und ihren Zuschauern einfach ein bisschen Glück schenken wollen.

Im Namen der Bewohner bedankte sich Ella bei der „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ für die schönen Stunden, die den Bewohnern geschenkt worden sind. „Es ist so wichtig für uns, Freude zu erfahren“, sagt sie. „Das ist heute gelungen.“                                                                            ush

Hinterlasse einen Kommentar