Ein Leben voller Kreativität

Der Maler Ernst Bernhauser zeigt in der Internationalen Kunstakademie bis zum 20. September Gemälde und Fotografien seiner 50-jährigen Arbeit

„Das ist meine 90. Ausstellung“, sagt er so selbstverständlich, als würde er über seine Frühstücksgewohnheiten sprechen. Aber es stimmt: Ernst Bernhauseri, der bei den „Jungen Alten“ die Malgruppe leitet, ist in Heimbach eine Institution. Seit 1986 hat er im „Haus des Gastes“ immer wieder seine Bilder gezeigt und damit seine Liebe zur Natur.

Nun präsentiert er „zum letzten Mal“ die Arbeit vieler Jahrzehnte in der Internationalen Kunstakademie. Das ganze Haus hat die Leiterin, Luzia Schlösser, für ihn geöffnet. Neben Aquarellbildern, sind Öl- und Acrylgemälde zu sehen, daneben Kohle- und Bleistiftzeichnungen, Airbrush, Kreidebilder, experimentelles Pouring- und Collagen. Im Obergeschoss zeigt Bernhauser seine Fotografien. Erstaunlich:  Manche seiner Gemälde gleichen den Fotos, sind in Stimmung und Ausdruck kaum zu unterscheiden.

„Für mich ist das Aquarell die interessanteste Technik“, sagt er und zeigt auf eine Landschaft voller Melancholie. Wie hingetupft sind die Bäume im kargen Hügelland, der Himmel schimmert in Grautönen und erinnert an die tiefgründige Schönheit einer Dämmerung. „Mit einem Schwämmchen lassen sich solche Effekte erzielen“, schmunzelt er. „Das macht Freude.“

Wie sehr sich Fotografie und Malerei ergänzen, zeigt seine Arbeitsweise. Oft zieht er mit der Kamera über Land, fotografiert beispielsweise eine Idylle im Hohen Venn, um anschließend die Einsamkeit und Weite des Moors in Malerei zu verwandeln. „Manchmal benötige ich vier oder fünf Ansätze, um die Stimmung ins Bild zu bringen, die mir vorschwebt“, sagt er. „Wenn es nicht sofort klappt, fange ich eben wieder von Neuem an.“

Der Werdegang von Ernst Bernhauser ist einzigartig. Ursprünglich war er Tapezierer und Lackierer und kennt damit die Geheimnisse der Farbe, ihre Zusammensetzung und Wirkung. 30 Jahre war er anschließend Leitender Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin.

„1976 habe ich nebenbei angefangen, zu zeichnen und zu malen“, sagt er. Fortbildungen bei Professor Knabe in Köln, an der „Faber-Akademie“ in Nürnberg und an der „Internationalen Kunstakademie“ in Heimbach boten ihm das nötige Rüstzeug.

Und immer wieder ist es die Liebe zur Landschaft, die ihn beflügelt – in den Gemälden und in der Fotografie. Da wird der Grillplatz in Hasenfeld zum geheimnisvollen Nebelland, die Bruder-Klaus-Kapelle in Wachendorf zeigt sich aus nie gesehenen Perspektiven und über Vlatten steht rotglühend der volle Mond. Atemberaubend.

Aus dem Rahmen fallen zwei großformatige Collagen: Eine ist „Ärzte ohne Grenzen“ gewidmet. „Ich unterstütze diese Organisation seit Jahren mit Spenden“, sagt Bernhauser. „Wegen meiner Laufbahn im Medizinbetrieb weiß ich, mit wie viel Engagement dort gearbeitet wird.“

Es sind eben viele Techniken und viele unterschiedliche Ansätze, die ihn reizen: All dies will Ernst Bernhauser auch seinen Schülern vermitteln. Bei den „Jungen Alten“ leitet er eine vielbesuchte Malgruppe. Um die Mitglieder auf den Kurs vorzubereiten, hat er eine Whatsapp-Gruppe gegründet und informiert im Vorfeld, was beim nächsten Treffen geplant ist. „Dann kann sich jeder vorbereiten und die notwendigen Utensilien mitbringen“, sagt er.

Einige Gemeinschaftsausstellungen hat er bereits mit dieser Gruppe veranstaltet. Doch nun ist der Meister wieder selbst an der Reihe – mit einer Einzelausstellung, die zwei Eitagen der Internationalen Kunstakademie umfasst. „Farbe. Form. Zeit“ heißt die Schau – eine Zeitreise durch Malerei, Fotografie und experimentelle Mischtechniken“. Ein Blick auf 50 Jahre künstlerische Arbeit, auf ein Leben voller Kreativität.

Die Verkaufsausstellung „Farbe. Form. Zeit“ von Ernst Bernhauser ist vom 5. bis zum 20. September samstags und sonntags von 10 bis 17 Uhr in der Internationalen Kunstakademie Heimbach zu sehen. Ernst Bernhauser ist dann anwesend. Der Eintritt ist frei. Vernissage ist am Samstag, 5. September,
18 Uhr.

Die Maltechniken, die in dieser Ausstellung zu sehen sind, können in der Malergruppe der „Jungen Alten“ erlernt werden. Informationen: Beatrix Bertram, Telefon: 02446-3708 oder Ernst Bernhauser, Telefon: 02446-631.

Text und Fotos: Ulrike Schwieren-Höger

Nebel über den Eifeltälern. Ein Aquarell voller Aussagekraft.

Experimentelle Malerei mit Pouring.

Collage zu Ehren von „Ärzte ohne Grenzen“.

Fotografie: Vor dem Gewitter.

Fotografie: Mond über Vlatten.

Hinterlasse einen Kommentar