„Cantalyra“ in Hochform

Der Himmel war düster, und es nieselte. Eigentlich ein Wetter, „um sich auf der Couch zu räkeln“. Trotzdem waren 80 Zuschauer der Einladung der „Jungen Alten“ gefolgt und lauschten den Musikern von „Cantalyra“.

Sie bereuten es nicht. Die „Musik-WG aus der Eifel“ war kurzfristig für die Band „Blues Delivery“ eingesprungen, die ihren Auftritt wegen einer Krankheit des Frontmanns absagen musste, und sie zeigte sich in Hochform. Singend marschierten Brigitte Sehle, Peter Bernards, Reiner Brücker, Robert Schumacher und Tom Lüttgens in den Saal und eroberten sofort die Herzen der Zuschauer.

Da war zwar immer mal wieder vom ausgefallenen Blues-Abend die Rede, etwa, wenn Robert Schumacher den „Baggerfahrerblues“ anstimmte: „Et jütt kene, der so jut baggere kann.“ Aber die Vielfalt des Programms suchte ihresgleichen: Peter Bernards, der hinreißende Geiger, stimmte den Beatles-Song „Lucy in the Sky with Diamonds“ an, und prompt sang das Publikum mit. Auch ein Engelschor schwebte sinnfrei durchs All, und Tom Lüttgens erzählte mit dem „Laubbläserblues“ von seinem Leben in Nideggen, das von den Tönen des Heckenschneiders im Wechsel mit denen des Rasenmähers untermalt wird.

Quicklebendiger Mittelpunkt der Band ist Brigitte Sehle, die französische Chansons anstimmte, immer mal wieder zu einem Scherz aufgelegt war und angesichts der turbulenten Zeiten den nachdenklichen Refrain anstimmte: „Wir sind nicht allein, habt Mut.“

Es gab heitere Refrains („In der Eifel gibt es immer lecker Essen“) und Ratschläge für die Dürener Kirmes: „Es ist wichtig, dass Du nicht zu viel trinkst, denn sonst weißt du nicht, wonach du nachher stinkst“. Instrumental folgten Tangos, Schunkelwalzer, ein wenig Jazz und die Filmmusik aus Fellinis „Achteinhalb“.

 „Cantalyra“ in Hochform. Es war diese Mischung aus selbst geschriebenen Songs voller Lokalkolorit, fetziger Musik aus aller Welt und jeder Menge guter Laune, die das Publikum mitriss. Kein Wunder, dass die Band erst nach zwei Zugaben und dem Versprechen „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ die Bühne verlassen konnte.

Der Applaus war ihnen sicher. Von links: Tom Lüttgens, Robert Brücker, Brigitte Sehle, Peter Bernards und Robert Schumacher.       Fotos und Text: Ulrike Schwieren-Höger

Statt „Blues Delivery“ spielt „Cantalyra“

Aus Krankheitsgründen kann das angekündigte Konzert mit „Blues Delivery“ am kommenden Sonntag nicht stattfinden. Stattdessen wird am 4. Februar, ab 19 Uhr, die Band „Cantalyra“ in der Begegnungsstätte „EvA am Schönblick“ auftreten. Die Musiker spielen Tango, Swing, Blues, Salsa, Klezmer, Balladen und vieles andere. Kurzum, Musik aus aller Welt, instrumental oder mit eigenen Texten, mal witzig, mal satirisch, mal nachdenklich. Die Besetzung von Cantalyra: Brigitte Sehle, (Gesang & Akkordeon), Peter Bernards (Gesang, Violine & Mandoline), Reiner Brücker (Gesang & Gitarre), Robert Schumacher (Gesang & Bass), Tom Lüttgens (Gesang, Gitarre & Ukolele). Der Eintritt zum Konzert, das von den „Jungen Alten“ organisiert wird, ist frei. Spenden sind willkommen.                    

Foto: Thomas Lüttgens

Hallo, Herr Ringelnatz

Unter dem Titel „Hallo, Herr Ringelnatz“ veranstalten die „Jungen Alten“ am Sonntag, 4. Juni, 19 Uhr, in der EvA am Schönblick in  Heimbach einen Abend rund um den Schriftsteller, Kabarettisten und Maler Joachim Ringelnatz (1883-1943).

Dirk Chr. Siedler, evangelischer Pfarrer in Düren und waschechter Berliner, wird sowohl die humorvolle Ringelnatz-Seite beleuchten, als auch nachdenkliche Texte vortragen. Dazu spielt die Band „Cantalyra“ (unser Foto) Stücke der 1920er Jahre und Vertonungen von zwei Ringelnatz-Gedichten, die extra für diesen Abend komponiert wurden!

Joachim Ringelnatz (1883-1943) – Schriftsteller, Kabarettist und Maler – ist vor allem wegen seiner skurrilen Witz-Verse beliebt. An diesem Abend werden aber vor allem seine eher unbekannten zeitkritischen Gedichte aus der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen präsentiert. Mit der kommunistischen Revolution nach dem Ersten Weltkrieg sympathisierend, wurde Ringelnatz ein kritischer Begleiter der wilden 1920er und 1930er Jahre in Berlin.

Dirk Chr. Siedler ist in Berlin geboren und wuchs in direkter Nähe des Sachsenplatzes auf – gewissermaßen in Nachbarschaft zu Joachim Ringelnatz. Er weiß daher das eine oder andere zu erzählen. Die Besucher erwartet ein sowohl heiterer als auch nachdenklicher Abend.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Gäste sind willkommen.

Gefühlvolle Hymnen auf die Eifel

Der Heimatabend der Band „Cantalyra“ fand viel Anklang

Können Sie sich vorstellen, dass Brechts Song „Mackie Messer“ zum Eifellied wird? Die Band „Cantalyra“ hat damit kein Problem: Die vier Musiker verwandeln den Haifisch in den Biber. Der hat nicht nur Zähne, sondern erklärt den Zuhörern auch, dass die Klimaerwärmung seinem Eifel-Wald nicht bekommt und dringend bekämpft werden muss.

Das verrät: „Cantalyra“, die Hausband der Dürener „Skunk-Sitzung“, spielt nicht nur Fetziges und Lustiges. Wenn die Musiker an die Eifel denken, werden sie auch nachdenklich und lyrisch. Auf Einladung der „Jungen Alten“ präsentierten Brigitte Sehle (Akkordeon), Reiner Brücker (Gitarre), Robert Schumacher (Bass) und Tom Lüttgens (Ukulele) in der EvA ihren Heimatabend, und die Zuschauer ließen sich verzaubern von einer Mischung aus Poesie und Melancholie, Spaß und toller Musik.

Wenn Brigitte Sehle an die Auswanderer erinnert, die aus der einst so armen Eifel flohen, um in der neuen Welt zu siedeln und dazu singt: „Irgendwo auf der Welt gibt’s ein kleines bisschen Glück“ haben viele Zuhörer Gänsehaut. Auch der Abschied von den Traditionskneipen „Brauweilers Max“ in Düren und „Roer“ in Kreuzau ist, a’capella gesungen, ein anrührendes Lied: „Es wird nie mehr so sein“. Das gilt auch für das historische Hotel „Strepp“ in Untermaubach, das trotz Fürsprache der oberen Denkmalbehörde abgerissen worden ist, und mit dem A’Capella-Song „Wenn es Nacht wird über Mobach“ liebevoll geehrt wird.

Bei der Hymne auf die Loreley durfte auch das Publikum mitsingen: „Lo-re-ley“ schallte es vielstimmig durch den Saal, bevor dem Wein von Ahr und Mosel gehuldigt wurde: „Lasst euch nicht ärgern, Schwestern und Brüder, wir wollen Wein genießen“. Über das Glück, Hunde über die Felder tollen zu sehen, erzählte wenig später Tom Lüttgens, und dann wurde sogar ein Eifelkrimi musikalisch vertont vorgetragen.

Es war diese Mischung aus Spaß und Nachdenklichkeit, die verzauberte. Und auch das Lokalkolorit sorgte dafür, dass die Zuhörer den Musikern begeisterten Applaus schenkten, denn zwischen den Songs erzählte Robert Schumacher Geschichten über Mariawald oder die Annakirmes.

Zum Schluss lud „Cantalyra“ den Musiker der „Jungen Alten“, Frank Ledig, ein, auf die Bühne zu kommen. Er spielte das Eifellied “Fahr noch einmal in die Eifel“ auf dem Akkordeon, das Dagmar Ledig getextet hat, und alle stimmten ein.

Ein gelungener Abend ging damit zu Ende. „Die Eifel ist unsere Therapie“, sagte Brigitte Sehle beim Abschied. Ein besseres Schlusswort hätte sich niemand ausdenken können.
ush/ Fotos: Walter Schöller und Ulrike Schwieren-Höger                                       

                                     

Auch Frank Ledig (rechts) spielte am Ende mit: „Fahr noch einmal in die Eifel…“ Von links: Brigitte Sehle, Robert Schumacher, Reiner Brücker und Tom Lüttgens.

Eine Meisterin am Akkordeon: Brigitte Sehle.
Voller Inbrunst: Robert Schumacher und Brigitte Sehle.

Er sieht gerne Hunden zu, die über die Felder laufen: Tom Lüttgens.
Gitarrist und Sänger: Reiner Brücker.

Zum Schluss sang das werte Publikum mit: „Fahr noch einmal in die Eifel…“

Heimatabend mit Cantalyra

Eine Liebeserklärung an die Landschaft, die Kultur und die Menschen der Eifel will „Cantalyra“ (unser Foto) abgeben. Auf Einladung der „Jungen Alten“ kommt die Band am Freitag, 6. Mai, 19 Uhr, in die EvA, evangelische Kirche am Schönblick. Die Musiker erzählen Geschichten und singen Lieder zum Thema Heimat. Der Eintritt zum „Heimatabend“ ist frei. Gäste sind willkommen.                                                 ush