An der Kaffeetafel mit wuscheligen Alpakas

„Junge Alte“ und ein paar Enkel sitzen an einer Kaffeetafel unter Walnussbäumen und lassen sich den Käsekuchen schmecken. Ringsum streunen Sunny, Bella und Goofi herum. Sie tragen Wuschelfrisuren, haben geschorene Rücken, lange Wimpern und riesige Augen. Vor allem sind sie überaus neugierig. Immer näher rücken sie an die Kaffeerunde heran. Und Terence, der Boss, scheut sich nicht, den einen oder anderen ein wenig anzustupsen.

Selten hat ein Ausflug den „Jungen Alten“ so viel Vergnügen bereitet. Die Begegnung mit Alpakas, den sanften Andenbewohnern, ist ein ganz besonderes Erlebnis. Vergessen ist, dass eigentlich ein Wandertag mit den Tieren auf dem Programm stand. Es ist einfach zu heiß. Deshalb hat sich Anne Knein entschlossen, zu Kaffee und Kuchen auf die Wiese einzuladen. Und das ist mindestens ebenso schön.

Seit Herbst vorigen Jahres bietet sie Alpakawanderungen an und erzählt dabei über die Tiere, als seien es ihre Kinder: „Unser Baby Sunny darf nicht angefasst werden“, mahnt sie. „Es könnte sonst meinen, wir gehörten zu seiner Herde, und es würde falsch konditioniert.“ Also bemühen sich alle, dem wuscheligen Kleinen keinerlei Beachtung zu schenken. Zu sehen gibt es sowieso genug: Auf dem Bio-Hof in Nideggen-Berg leben Lamas, Ponys, Schildkröten und Meerschweinchen. Ringsherum breiten sich 20 Hektar Bio-Apfel- und Birnenplantagen aus, die Aloysius Kneip und Sohn Thomas unterhalten.

Anne Knein ist für die Alpaka-Wanderungen zuständig. Ihr Mann hat in Südamerika seine Liebe zu den Tieren entdeckt und sie auf seinen Biohof nach Nideggen-Berg geholt. Seit Herbst 2018 lädt seine Gattin zum Spaziergang mit ihnen ein. Und das ist durchaus zeitgemäß. Alpakas sind zum „Trendtier“ geworden. Ruhe suchende Mitmenschen zuckeln mit ihnen an der Leine über Land und versuchen, an ihrem sanften Wesen zu genesen und zu entschleunigen. Diese Wirkung ist wissenschaftlich belegt. Alpakas werden auch als Therapietiere eingesetzt. Aufgrund ihrer geringen Größe und ihres freundlichen Wesens eignen sie sich vor allem für Kinder mit ADHS-Syndrom und für Angstpatienten.

Davon kann heute keine Rede sein. Die „Jungen Alten“ fürchten sich nicht. Im Gegenteil: Sie können sich gar nicht satt sehen an den wuscheligen Schönen. Und das quittiert Anne Knein mit einem Lächeln: „Schaue niemals einem Alpaka zu tief in die Augen… Sonst könnte es sein, dass Du Dich unsterblich verliebst…“, hat sie auf ihre Internetseite geschrieben. Wie Recht sie hat.            ush

Anne Knein kümmert sich auf dem Bio-Hof auch um Lamas. Foto: ush
Enkel Luis freut sich über die Begegnung mit einem Alpaka. Foto: Gisela Röttgen
Alpakas sind sanft und überaus neugierig. Foto: ush
Guck mal. Foto: Gisela Röttgen

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