Im sanften Reich der Klänge

Es klingt, als rausche der Wind durch die Bäume oder als flüstere ein Kornfeld.  Ein Glöckchen ertönt, dann leises Gebrumm und Flattern, das Rauschen des Regens. Ein tiefer Gong, das Schwirren kommt näher, um sich wieder zu entfernen. Wo ist der Weg im Wechsel der sanften Töne?

Marianne Bresgen hat den Besuchern der Meditationsabende von Caroline Lauscher in der EvA ein besonderes Erlebnis geschenkt. Sie bespielte Klangschalen, Trommeln, ließ die archaischen Klänge des Didgeridoo ebenso erklingen wie die des Monochords und des Fünf-Elemente-Koshi. Fast eine Stunde lang bediente sie die Instrumente, ging mit ihnen durch den Raum, näherte sich den Zuhörern, um sie enger mit sich selbst und dem Klang zu verbinden. 

„Ich arbeite intuitiv“, sagt sie. „Nach und nach werden alle Töne in ihrer unterschiedlichen Art lebendig und bringen uns in eine andere Welt. Wer sich auf die Klänge einlässt, kann zu Tiefenentspannung kommen. Denn die Obertöne der Instrumente reduzieren Stress, Disharmonie und Ängste.“ 

Einige Zuhörer hatten ihre Yogamatten mitgebracht, um sich liegend den Tönen hingeben zu können. Alle hatten die Augen geschlossen, lauschten versunken und ließen sich auch von Mariannes Stimme verzaubern, die zum sanften Klang des Monochords ein aramäisches „Vater unser“ sang, innig, zart und unendlich sanft.

Zu Beginn der Klangmeditation hatte Caroline Lauscher die Zuhörer mit Worten von Anselm Grün eingestimmt: „Im Hören bekommt unsere Seele Nahrung. Sie kommt mit sich selbst in Berührung und sie beginnt zu leben.  Im Hören kommt die Seele in Schwingung.  Sie bekommt Flügel.  Sie hebt sich über das Irdische und Vordergründige hinweg. Der Mensch kommt mit seinem innersten Wesen in Berührung.“  Wie wahr.                                        ush

Caroline Lauscher (rechts) hatte Marianne Bresgen dazu eingeladen, eine Klangmeditation durchzuführen. Fotos: ush

Neuer Vorstand gewählt

Auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung haben „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ einen neuen Vorstand gewählt: Der Vorsitzenden Hilde Amrein wurde von der Versammlung erneut das Vertrauen ausgesprochen. Auch ihr Stellvertreter Walter Schöller ist einstimmig wiedergewählt worden. Nach Jahren verdienstvoller Arbeit legte Kassierer Wolfgang Virnich sein Amt nieder. An seine Stelle tritt Dieter Bodes. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Internet-Redaktion und die Organisation der Veranstaltungen liegt nach einstimmiger Wiederwahl weiterhin in den Händen von Ulrike Schwieren-Höger. Auch Claudia Lüth ist als Vertreterin der Beiratsmitglieder für die nächsten zwei Jahre im Vorstand bestätigt worden. Zu Kassenprüfern wurden Edda Virnich und Brit Possardt gewählt, nachdem Frank Ledig und Reinhard Virnich dieses Amt niedergelegt hatten.

Die Vorsitzende Hilde Amrein konnte im Jahresrückblick auf zahlreiche Sonderveranstaltungen hinweisen und bedankte sich auch bei allen Gruppenleitern für die geleistete Arbeit. Kassierer Wolfgang Virnich, der von Hilde Amrein für seine Verdienste geehrt wurde, übergibt die Kasse an Dieter Bodes mit einer zufriedenstellenden Haushaltslage.

Ulrike Schwieren-Höger informierte über die Veranstaltungen in den nächsten Monaten:

Sonntag, 2. Juni, 19 Uhr: Konzert mit „Blues-Delivery“ in der EvA

Samstag, 17. August, 18 Uhr: Großes Picknickkonzert im Kurpark mit dem Salonorchester „Achso!“ und dem Theater „Pantao“ als Showeinlage

Sonntag, 27. Oktober, 17 Uhr: Heimatvortrag von Peter Cremer in der EvA. Mit Bildern und Geschichten erzählt er über das Heimbacher Leben in früheren Zeiten

Samstag, 23. November: Konzert mit der Mezzo-Sopranistin Martina Garth und Kantor Peter Mellentin in der St. Clemens-Kirche

Zudem wird Walter Schöller gemeinsam mit Dieter Bodes einen Schlagernachmittag veranstalten. Das Datum steht noch nicht fest.

Am 30. August ist eine Busfahrt zum Mitsingkonzert der „Raritätenband“ geplant, die uns beim Neujahrsempfang begeistert hat. Wer mitfahren möchte, sollte sich bei Walter Schöller, Telefon 02446-91010, oder Hilde Amrein, Telefon: 02446-3291, anmelden. ush

Unser oberes Bild zeigt von rechts nach links: Hilde Amrein, Dieter Bodes, Ulrike Schwieren-Höger, Walter Schöller und Claudia Lüth.

Mit einem Spezialitätenkorb voller italienischer Köstlichkeiten bedankte sich Hilde Amrein bei Wolfgang Virnich für die langjährige Arbeit als Kassierer. Foto: Walter Schöller

Ganz viel Herzflattern

„Die jungen Alten“ luden zu einem Abend rund um die 80er Jahre ein – mit dem Buch „Kreideherz“ und dazu passenden Songs

Das soll ihr erst einmal einer nachmachen: Anne Fink sang Cindy Laupers Hit „Girls just wanna have fun“ aus dem Stand, ohne jede musikalische Begleitung. Frech, herausfordernd, selbstbewusst, wie es sich gehört für ein Mädchen, das Spaß haben will und nach einer Party von der Mutter nachts um 2.30 Uhr beim Zuspätkommen ertappt wird, obwohl es doch auf Katzenpfötchen die Treppe hinaufgeschlichen war.

Der musikalische Auftakt der „Lesung und Musik“ rund um das Buch „Kreideherz“ von Regine Brühl und Stephan Falk schloss sich ideal an den Text an, und was dann folgte ließ erahnen, dass sich in „Kreideherz“ alles um Liebe und Herzflattern in den Teenagerjahren dreht. Das war in den 80er Jahren nicht anders als heute.

Was wäre da schöner, als das Liebeslied von BAP aus dem Jahr 1982: „Do kanns zaubere“. Innig, verliebt, verträumt sang Anne Fink, begleitet von Christof Mann am Keyboard, den Song von Wolfgang Niedecken, und wer das Kölsche Platt im Original noch nie verstanden hat, hörte in der EvA eine Version, die ans Herz ging. Gänsehaut pur.

Und dies, obwohl Anne Fink an diesem Abend eine Doppelrolle übernehmen musste: Sie sang nicht nur, sondern sprang bei der Lesung an der Seite von Stephan Falk auch für die erkrankte Autorin Regine Brühl ein. Da war von der Landjugend zu hören, die beim Verkauf von Misteln in Köln das große Geschäft machte, die Polizei in die Irre führten, nachts im elterlichen Swimming-Pool planschte und den Karneval genoss, auch in Verkleidungen, die heute nicht mehr erwünscht sind, weil sie als „kulturelle Aneignung“ kritisiert werden könnten.

Zwischen den Texten schlüpfte der Mann am Keyboard, Christof Mann, in die Rolle von Herbert Grönemeyer, und grölte „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ mit soviel Verve, dass er dem Original durchaus standhalten konnte.

Und gegen Ende sangen alle mit: „Dein ist mein ganzes Herz“, das Lied von Heinz Rudolf Kunze aus dem Jahr 1985 ist noch immer ein Ohrwurm, auch wenn Stefan Falk sich zu Beginn der Lesung nicht sehr wohlwollend über den Künstler geäußert hatte.

Beim anschließenden Umtrunk waren die 80er Jahre noch präsent, denn einige Besucher waren in dieser Zeit ebenso jung wie die Autoren Regine Brühl und Stefan Falk und erinnerten sich an eigene Erlebnisse in einer Zeit, die vielleicht offener und toleranter war als unsere Gegenwart.

ush

Anne Fink las für die erkrankte Autorin Regine Brühl mit Autor Stephan Falk aus „Kreideherz“.

Anne Fink, begleitet von Christof Mann am Keyboard.

Anne Fink mit Autor Stephan Falk.

Voller Emotion: Anne Fink sang „Do kanns zaubere“ von BAP.

Fotos: Walter Schöller, Ulrike Schwieren-Höger

„Hallo, Hallo, wir bringen Freude“

Auf Einladung der „Heimbachhilfe“ gastierten die Aachener Clowns Franzi und Pit im Hergartener Pflegewohnheim

Franzi strotzt vor Übermut. In ihrem grasgrünen Kleidchen und mit den pinkfarbenen Schuhen hüpft sie über die Terrasse, schwenkt die Arme und sucht laut lachend Tanzpartner. Ihr zur Seite steht der gemütliche Pit, eine kleine Gitarre im Arm, deren Saiten er unermüdlich zupft, während er singt: „Hallo, hallo, wir wollen euch begrüßen und machen das so: Hallo, Hallo.“

Die Beiden sind Mitglieder der Aachener Klinik-Clowns, und sie wissen, für Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen ist Freude fast so wichtig, wie Fürsorge und gute Medizin. „Die Klinik-Clowns … schaffen emotionale Begegnungen in ganz sensitiver und persönlicher Weise. Sie leisten so einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden und zur „Heilung“, informiert die Internetseite ihres Vereins.

Das beweisen Franzi und Pit auch in Hergarten. Auf Einladung der „Heimbachhlfe“ sind sie aus Aachen angereist und verbreiten im dortigen Pflegewohnhaus gute Laune. Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Lara Dörsam, war im Vorfeld sofort offen für den Vorschlag, die Clowns in ihrem Haus auftreten zu lassen und sorgte für das passende Ambiente:  Auf der Terrasse herrscht Partystimmung: Luftballons und Luftschlangen liegen auf den Tischen, es duftet nach Waffeln. „In unserem Haus sind Menschen von 35 bis Mitte 80“, sagt sie. „Wir simulieren in Gruppen das Leben, weil alle mit ihren unterschiedlichen Krankheitsbildern miteinander wohnen.“

Über Krankheiten wird an diesem Tag nicht geredet. Franzi und Pit wollen singen: „An der Nordseeküste“ wird ebenso geschunkelt wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gesungen. Als das Eis gebrochen ist, pustet Franzi herrlich schimmernde Seifenblasen in die Luft, und wenig später schwenken einige Bewohner die Rasseln im Rhythmus und grölen zum Stierkampflied von Pit „Olé“.

„In Pflegeheimen treten wir als Clowns in besonderer Weise auf“, sagt Franzi, die im wahren Leben Barbara Portsteffen (69) heißt. „Die Menschen benötigen engeren Kontakt und direkte Ansprache.“ Dies leistet sie mit großer Empathie. Immer wieder eilt sie an die Tische, umarmt, streichelt die Bewohner und steckt ihnen kleine Herzchen ans Revers.   

Eigentlich ist sie Schauspielerin und im Aachener „Theater K“ aktiv. Als Clown tritt sie immer mit Pit alias Norbert Conrads (66) auf, der Lehrer an einer Förderschule ist. Die Beiden sind Improvisationskünstler, die auf die jeweiligen Situationen eingehen, spontanen Eingebungen folgen und ihren Zuschauern einfach ein bisschen Glück schenken wollen.

Im Namen der Bewohner bedankte sich Ella bei der „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ für die schönen Stunden, die den Bewohnern geschenkt worden sind. „Es ist so wichtig für uns, Freude zu erfahren“, sagt sie. „Das ist heute gelungen.“                                                                            ush