Tanz doch mal mit Deinem Stuhl

Die Sitzgymnastik von Claudia Lüth (Foto oben, zweite von rechts) findet begeisterte Freundinnen. Bis zu 23 „Junge Alte“ kommen Woche für Woche in die EvA, um zu trainieren.

Es ist 9.45 Uhr, und vor der Tür des Begegnungszentrums EvA stehen schon drei Frauen, die darauf warten, dass sich die Türen für die Sitzgymnastik der „Jungen Alten“ öffnen. „Ich dachte zunächst, ich sei noch zu jung für diese Gruppe“, sagt Hedwig. „Aber für mich sind die Übungen wunderbar entspannend.“

Flotten Schrittes kommt Gruppenleiterin Claudia Lüth hinzu und begrüßt die Runde. Eine Teilnehmerin schiebt ihren Rollator in die Ecke, die anderen stellen Stühle auf, im weiten Kreis. Um Punkt 10 Uhr geht es los: Stuhltanz ist angesagt. Zur Musik eines alpenländischen Jodlers werden sitzend die Beine gehoben, die Arme gereckt, die Rücken gebeugt. Zwischendurch steppen alle ganz schnell mit den Füßen auf den Boden. Die flotte Musik und die Bewegung machen munter und verschaffen gute Laune.

Weiter geht es Musikstück für Musikstück. Immer wieder heißt es aufstehen, hinsetzen, wieder aufstehen. Wer das nicht schafft, bleibt einfach sitzen. Jeder übt, so gut er kann. Ein paar Minuten später ist Bewegung im Stehen angesagt. Der Stuhl dient dann als mögliche Stütze und erlaubt es, Balanceübungen zu machen. Lustig wird es, als kleine, mit Sand gefüllte Stoffsäckchen in die Höhe fliegen und geschickt wieder aufgefangen werden müssen. 

Spielerisch wird mit all den Übungen die Balance trainiert und Sturzprophylaxe betrieben. Auch Mobilität und Motorik bleiben erhalten, wenn mit sanftem Training Dehnübungen gemacht werden. Alles wirkt fröhlich und anregend. Claudia Lüth hat alle Teilnehmerinnen im Blick. Sie beobachtet Unsicherheiten und gibt Ratschläge. Bis zu 23 Frauen zählt sie an jedem Übungstag.

Minutiös hat sie sich auf ihre Gruppenarbeit vorbereitet und 2021 auf Kosten der „Jungen Alten“ eine Ausbildung zur Seniorentrainerin bei der Europäischen Akademie „Way“ absolviert. Seitdem bietet sie die Gruppe an. Mit großem Erfolg: „Ich erhalte liebevolles Feedback“, sagt sie. „Viele versichern mir, dass sie gerne hierherkommen. Es macht wirklich Freude, diese Stunde anbieten zu können. Und das Beste: Auch bei chronischen Erkrankungen helfen unsere Übungen. Der Arzt hat einer Teilnehmerin bestätigt, dass ihre Werte noch nie so gut waren wie nach Beginn ihres Trainings bei uns.“

Beim Neujahrsempfang der „Jungen Alten“ will Claudia Lüth den ganzen Verein für Sitzgymnastik begeistern. Wie? Das wird nicht verraten und bleibt bis zum 7. Januar 2024 ihr Geheimnis.

Die Sitzgymnastik der „Jungen Alten“ findet donnerstags, ab 10 Uhr, statt. Weitere Informationen bei Claudia Lüth, Telefon: 02446-1359.  ush                 

                                                              

Claudia Lüth (Mitte) zeigt, wie man sich auf und am Stuhl richtig bewegt.

Fotos: Ulrike Schwieren-Höger

Mit Sekt und Gute-Laune-Jazz

Das war ein Neujahrsempfang so recht nach dem Geschmack der „Jungen Alten“. Rund 70 Mitglieder waren der Einladung in die EvA gefolgt und wurden gleich zu Beginn mit einem Gläschen Sekt und Gute-Laune-Jazz verwöhnt.

Taktvoll ging es weiter: Die Vorsitzende Hilde Amrein (Foto oben, zweite von rechts) bedankte sich mit einer fröhlichen Ansprache bei den Mitgliedern des Beirats (Foto oben) für die tolle Arbeit des Vorjahrs, die trotz der Einschränkungen der Pandemie vielfältig war, und regen Anklang gefunden hatte.

Gelacht und geklatscht wurde, als Hannelore und Wolfgang Züll in ihrem Sketch als Brautpaar auf die Bühne traten. Die Beiden sorgten dafür, dass dem Standesbeamten Hans-Peter Klein schon nach wenigen Minuten der Schweiß auf der Stirn stand.

Auch Walter Schöller kam gut an mit dem Gedicht „Der Herbst ist da“ von Liesel Kulina, in dem die Kirmes- und Festfreuden in Hasenfeld auf höchst amüsante Weise geschildert werden.

Frank Ledig bewies, dass seine Gruppe auch während der Pandemie nichts von ihrer Sangesfreude verloren hat. Und Claudia Lüth brachte schließlich den ganzen Saal in Schwung, als sie Sitzgymnastik für alle anbot und das Lachen und die Verrenkungen kein Ende nehmen wollten.

Zum Ausklang des Empfangs gab es Süppchen, Kuchen und viel Musik von „Jazz4u“, die so begeistert waren von ihrem Heimbacher Publikum, dass sie bis in den frühen Nachmittag spielten.                        ush

Frank Ledig (rechts) zeigte, dass seine Gruppe auch während der Pandemie ihre Sangeslust nicht verloren hatte.
Sitzgymnastik für alle: Der ganze Saal folgte den Anweisungen von Claudia Lüth (vorne).
Das werte Publikum amüsierte sich in kleiner und großer Runde.
Die Band „Jazz4u“ sorgte stundenlang für beste Stimmung. Fotos: Walter Schöller