„Sind denn keine Menschen hier?“

Auf Einladung der „Jungen Alten“ gastierte „Cantalyra“ in der EvA. Die Musiker ernteten Bravorufe und „Standing Ovations“.

„In der Eifel gibt es immer lecker Essen“, und nachts ist es so still, dass ein Zugezogener sich manchmal bang fragt: „Sind denn keine Menschen hier?“. Mit munteren Songtexten wie diesen, gespickt mit viel Eifeler Esprit, eroberte „Cantalyra“ das Heimbacher Publikum. 80 Zuschauer feierten die Musiker drei Stunden lang, Tom Lüttgens, Reiner Brücker, Brigitte Sehle, Peter Bernards und Robert Schumacher (Foto oben von links nach rechts) gaben alles, um Spaß und gute Laune ins werte Publikum zu bringen.

Ganz gleich, ob Brigitte Sehle den alltäglichen Wahnsinn einer Mutter besang, die zwischen Beruf und Kindergeschrei pendelt, ob Reiner Brücker rätseln ließ, wer im Fernsehen Nacktmodels über den Laufsteg schickt (das kann nur Heidi Klum), ob Robert Schumacher von Omas leckerer Eifeler Küche schwärmte oder Tom Lüttgens einen Song übers Aachener Klinikum zum Besten gab, den er in langen Wartezeiten geschrieben hatte: „Du kriegst meist nicht das, was du willst. Aber irgendwann biste dran.“ Immer war der Beifall auf ihrer Seite, zumal auch die Musik mitreißend war.

Voller Spielfreude und Virtuosität brillierte Peter Bernards an der Geige und zeigte mit mancher Soloeinlage sein Können – vor allem im späteren Verlauf des Abends, der dem Tanz gewidmet war. „Heute ist Premiere“, sagte Brigitte Sehle. „Öfter mal was Neues. Im zweiten Teil unseres Programms gibt es Tanzmusik.“

„Lieber Tango!“ hatte schon der Titel des Abends versprochen, und tatsächlich wurde getanzt: ein holländisches Paar wagte sich nach vorne, sie in flammend-rotem Pullover und ebenso roten Pumps, um dem staunenden Publikum die gewünschte Schrittfolge zu präsentieren.

Beim Lambada hielt es eine Mexikanerin aus Vlatten nicht auf den Stühlen. Sie zog ihre Freundin auf die Tanzfläche, und die Beiden bewegten sich mit gekonntem Hüftschwung durch den Saal, von wo ihnen Bravorufe entgegenschallten.

Mit Temperament und mitreißender Spielfreude feuerten die Musiker, allen voran Frontfrau Brigitte Sehle am Akkordeon, die Tänzer und das Publikum an. Und auch die leisen, mahnenden Töne, die dem derzeitigen Wahnsinn der Weltpolitik gewidmet waren, kamen beim Publikum an.

Kein Wunder, dass es zum Schluss „Standing Ovations“ für die „Eifeler Wohngemeinschaft Cantalyra“ gab – und wunderbare Zugaben mit dem Refrain: „Wir sind nicht allein, das macht uns Mut.“                          ush

Reiner Brücker, Peter Bernards und Brigitte Sehle.

Ein Meister an der Violine: Peter Bernards.

Sie gibt den Ton an: Brigitte Sehle.

Der witzige Poet Tom Lüttgens.

Der Meister am Bass Robert Schumacher mit Geiger Peter Bernards.

Reiner Brücker an der Gitarre.

So geht der Tango: Ein mutiges Paar präsentierte die Schrittfolge.

Beim Lambada waren eine Mexikanerin (links) und ihre Freundin nicht zu halten.

Sie waren als Erste auf der Tanzfläche.

Rund 80 Zuschauer ließen sich von „Cantalyra“ unterhalten.

In der Pause wurde draußen bei kühlen Getränken angeregt über das Programm diskutiert.

Text: ush, Fotos: Ulrike Schwieren-Höger und Walter Schöller

Oh, Mosella….

Das gab es noch nicht bei den „Jungen Alten“: Die Fahrradgruppe fuhr an die Mosel, um dort drei Tage lang die Pedale zu treten. Gruppenleiter Walter Salentin schildert nachstehend die Einzelheiten der abwechslungsreichen Tour.

Am 6. Mai starteten wir mit zwölf Teilnehmern um 10 Uhr in Hergarten zu einer Fahrt an die Mosel, wo wir um 12 Uhr im Berkasteler Hof mitten in der Altstadt erwartet wurden. Schon am Nachmittag ging es am Fluss entlang nach Traben-Trabach und an der anderen Mosel-Seite wieder zurück. Die Einkehr in Ürzig bei wunderbarem Apfekuchen und Kaffee sorgte für gute Stimmung während der 50-Kilometer-Fahrt. Nachdem die Fahrräder im Keller gut untergebracht waren, trafen wir uns zum gemeinsamen Abendessen.

Der zweite Tag begann bereits um 7.30 Uhr mit einem Frühstück, denn unser Fahrradbus mit Anhänger startete um 8:45 Uhr zu einer Fahrt nach Daun. Leider war es an diesem Tag etwas kühl. Trotzdem bereitete die 55 Kilometer lange Tour auf einer ehemaligen Bahntrasse viel Freude: Der Weg führte durch Feld, Wald und drei Tunnel. Das Wetter wurde im Lauf der Fahrt immer besser, und die Klostermühle Siebenborn lud zu einer gemütlichen Rast ein.

Zurück in Bernkastel Kues war das gemeinsame Abendessen so gesellig und zwanglos, dass es vielen schwer fiel, ins Hotel zurückzukehren

Am dritten und letzten Tag konnten wir ausgiebig frühstücken. Anschließend trafen wir uns zu einer letzten Fahrt moselaufwärts nach Piesport (Foto oben). Alle Teilnehmer fuhren sehr diszipliniert. Es machte großen Spaß, in der Gruppe zu radeln.

Am Ziel angekommen, tauschten wir bei Kaffee und Kuchen unsere Erlebnisse aus, und dann ging es zurück am anderen Ufer nach Bernkastel-Kues. Hier trafen wir uns auf dem Marktplatz zu einem letzten Eis und zu Gesprächen über diese schöne und erlebnisreiche Moseltour. Anschließend wurden die Fahrräder verladen und es ging gegen 15.30 Uhr in Richtung Heimat. Erfreulicherweise gab es keine Pannen und keine Unfälle und alle sind wieder wohlbehalten zu Hause angekommen.

Wir können deshalb von einer rundum gelungenen Fahrradtour an die Mosel sprechen.

Gemeinsames Abendessen am ersten Tag.

Start am zweiten Tag zu unserer Fahrt mit dem Fahrradbus von Bernkasten Kues nach Daun und von dort über eine ehemalige Bahnstrecke zurück nach Bernkastel Kues.

Alter Bahnhof Daun, Sammeln vor der Abfahrt.

Abendessen am zweiten Abend.

Bei Kaffee und Kuchen in Piesport.

Ein letztes Eis in Bernkastel-Kues vor der Rückfahrt.

Fotos: Walter Salentin und Walter Schöller

Ullas Frühstücksvergnügen

Unterhaltsam ging es wieder zu beim Frühstückstreff von Ulla Küpper. Gemeinsam wurde das Essen vorbereitet und gemeinsam verschmaust. Das ist besser, als allein im stillen Kämmerlein das Frühstück zu verzehren. Ullas Idee stößt auf viel Gegenliebe, wie unsere Fotos zeigen.

Im Reich der Klänge

Zu einem besonderen Abend lud Caroline Lauscher gestern im Rahmen ihrer Achtsamkeits- und Meditationsabende ein. Zu Gast war Washkar (Foto unten), der seine Zuhörer mit dem Klang verschiedener Instrumente in tiefe Entspannung führte. Die Meditationsabende werden alle zwei Wochen montags in Zusammenarbeit mit den „Jungen Alten“ in der Begegnungsstätte EvA organisiert. Der Eintritt ist frei.

Ein Frühstück für die Mitarbeiterinnen der Heimbachhilfe

Es ist wichtig, ab und zu Danke zu sagen. Für die freundlichen Mitarbeiterinnen der „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ hatte sich Gruppenleiterin Inge Wergen etwas Besonderes ausgedacht: Im Kommunikationsraum der Kirche wurde ein üppiges Frühstück aufgebaut, und die zahlreich erschienenen Damen (unser Foto) durften einen Morgen lang schlemmen als Dank für ihre treue Hilfe. „Die Finanzierung konnten wir mithilfe unserer Kaffeekasse leisten“, sagt Inge Wergen. „Wir freuen uns, dass wir diesen schönen Vormittag gestalten konnten und danken allen, die uns eine Spende für die „Belegschaft“ hinterlassen haben.“       ush

Lieber Tango!

„Wir haben das Leben, um uns zu amüsieren. Wenn wir tot sind, können wir uns noch genug ausruhen.“Dieser Satz von George Moustaki ist das Motto von „Cantalyra“, der Eifel-Band, die uns am Samstag, 17. Mai, 19 Uhr, in der Begegnungsstätte EvA am Schönblick ihr neues Programm „Lieber Tango!“ vorstellen will.  Mit Tango, Walzer, Polka, Salsa und schmusigen Liedern laden die spielfreudigen Musiker zu einer Reise um die Welt ein. Dazu gibt es Texte von Liebe, Sehnsucht und dem täglichen Wahnsinn, der auch vor der Eifel nicht Halt macht. Es spielen und singen für euch:

Gesang, Akkordeon, Harmonica – Brigitte Sehle
Gesang, Violine, Mandoline – Peter Bernards
Gesang, Gitarre – Reiner Brücker
Gesang, Kontrabass – Robert Schumacher
Gesang, Gitarre, Ukolele – Tom Lüttgens

Also, lasst uns das Leben feiern!

Der Eintritt zum Konzert ist frei. Spenden sind willkommen.

Da lachte sogar die Sonne

Bei Kaiserwetter hat die Boulegruppe ihre diesjährige Saison eröffnen können. Fleißige Mitspieler, aber auch der Hergartener Dorfverschönerungsverein hatten die Bahn und Umgebung im Vorfeld auf Vordermann gebracht. Obwohl einige verhindert waren, konnte Gruppenleiterin Hannelore Züll elf Mitspieler zählen. Zwischen den Runden stand eine Kaffeepause mit leckerem Kuchen auf dem Programm, der von zwei „Geburtstagskindern“ ausgegeben wurde. „Es war ein toller Auftakt“, sagt  Hannelore Züll. „Und wir konnten Ingolf Bieselt gratulieren. Er wurde Boulekönig des Tages.“ Unsere Fotos zeigen die Teilnehmer bei ihrem vergnüglichen Sport.

Auf goldenen Bienen komm ich gesummt

„Mit duftenden Veilchen komm ich gezogen. Auf holzbraunen Käfern komm ich gebrummt. Mit singenden Schwalben komm ich geflogen. Auf goldenen Bienen komm ich gesummt. Jedermann fragt sich, wie das geschah: Auf einmal bin ich da!“ So poetisch hat Mascha Kaleko den Frühling besungen. Und um diese schöne Jahreszeit drehte sich alles bei einem besonderen Abend der Meditations- und Achtsamkeitsgruppe von Caroline Lauscher. (Foto unten)

Sie las Frühlings-Texte vor von Reiner-Maria Rilke, Else Lasker-Schüler, Ricarda Huch, Rose Ausländer und anderen. Sogar KI, die Künstliche Intelligenz, hatte sie befragt. Und das System lieferte zuverlässig ein paar Zeilen: „Die Sonne küsst die Erde sacht, ein Aufbruch in die neue Zeit. Die Ruhe weicht, die Freude lacht. Der Frühling bringt uns Heiterkeit.“

Dazu spielte das Quartett „Consortium Piae“ mit Silke Delhaes, Edith Wirthmann, Susanne Roegele und Ulrike Schwieren-Höger (Foto oben von rechts nach links) mittelalterliche Weisen auf diversen Blockflöten. „Wie schön blüht uns der Maien“ war ebenso darunter wie „Lieblich ist der Maien“ und „Wacht auf, ihr schönen Vögelein“. Zwei Gitarren verbanden sich mit der Altflöte zu Tilman Susatos (1510-1570) „Schäfertanz“.

Nachdenklich und heiter war die Stimmung, zwischen den Vorträgen gab es Raum für Stille. Eine ungewöhnliche Stunde in der EvA.

Zum Schluss spendeten die rund 20 Zuschauer herzlichen Applaus und freuten sich über eine Zugabe: Das „Consortium Piae“ spielte den Springtanz von Michael Praetorius (1571-1621), wie Edith Wirthmann versicherte, „das Lieblingsstück des Quartetts“.            

Der Frühling lockte die Radler auf die Piste

Eigentlich beginnt die Fahrradsaison bei den „Jungen Alten“ erst im April, aber das frühlingshafte Wetter hat die Radler schon im März auf die Strecke gelockt. Unter Leitung von Walter Salentin machten sich 14 Teilnehmer auf den Weg. Unser Foto zeigt die Radler kurz vor dem Start an der Jugendhalle Vlatten.

Um 10 Uhr ging es bei schönstem Frühlingswetter los, von Vlatten nach Bürvenich, an Langendorf vorbei nach Zülpich. Weiter führte die Tour über Ülpenich und Enzen zum Krewelshof nach Obergartzem, wo Rast gemacht wurde.

Gegen 13 Uhr ging es zurück über Enzen und Linzenich nach Sinzenich und Bürvenich über Wollersheim nach Vlatten.

Die Fahrt war insgesamt 38 Kilometer lang und – wie Walter Salentin versichert – hatten alle Spaß daran: „Die Laune war bestens. Nun freuen wir uns auf die nächste Fahrt im April.“

„Standing ovations“ für eine Diva

Gaby Koof erinnerte an Hildegard Knef – 110 Zuschauer ließen sich begeistern

Es gibt Menschen, die sind nicht vergessen, und es gibt Lieder, die über Generationen weitergetragen werden. Hildegard Knef und ihr Song „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ gehören dazu. Und das hat einen Grund: Es war nicht nur die Stimme der Knef, rauchig, voller Tiefe, die uns berührt hat. In ihren Liedtexten erzählt sie, was das Leben mit sich bringt: Liebe und Verlust, Sehnsucht und Hoffnung, Glanz und Melancholie.

Grund genug, mit einer Hommage an Hildegard Knef zu erinnern. Die Idee kam gut an: Bis auf den letzten Klappstuhl war das Begegnungszentrum EvA besetzt. 110 Zuschauer wollten noch einmal der Knef begegnen, die nicht nur Sängerin, sondern auch Schriftstellerin und gefeierte Schauspielerin war.

Mit Gaby Koof hatten die „Jungen Alten“ eine Sängerin engagiert, die schon als Kind in der „guten Stube“ der Oma die Schallplatten der Knef auflegen durfte, um danach zu singen – auch vor alleinstehenden Damen in der Nachbarschaft, die ihr dafür ein leckeres Eis spendierten.

„Meine Mission ist, Ihnen zu zeigen, dass es weit mehr Hörenswertes gibt als die „Roten Rosen“, sagte Gaby Koof. Aus dem rund 300 Titel umfassenden Knef-Repertoire hatte sie auch unbekannte Stücke ausgesucht: Witzig kam das Lied „Guten Morgen, Paul“ daher, denn da wurde kurios das Zusammenleben eines ungleichen Paars beschrieben.

Von glücklicher und unglücklicher Liebe ist in vielen Stücken die Rede, und auch die nachdenkliche Knef-Lyrik kam nicht zu kurz: Das Gedicht „Du siehst nach gar nichts aus“ ist die Studie einer Frau, die von Kind an diesen Satz gehört hat und ihn schließlich in ihrer Außenwirkung verkörpert – als einsame Unglückliche.

Und selbstverständlich kamen auch die Knef-Hits nicht zu kurz: „Ich brauch Tapetenwechsel“ war ebenso dabei wie „Eins und eins, das macht zwei“, „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben“ oder „Aber schön war es doch“.

Gaby Koof zur Seite standen der Pianist Andreas Lasonczyk, der die Songs arrangiert hatte, virtuos Jazzelemente setzte und damit einen frischen, neuen Sound kreierte. Großartig. Gerd Brenner brillierte am Bass und gab dem Trio Rhythmus und Tiefe. Ein gelungenes Zusammenspiel, das den Effekt der intimen Kammermusik unterstrich, die das Bühnenbild mit der herrlich altmodischen Stehlampe hervorzauberte.

Als zum Schluss die Hymne erklang „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ hatten Gaby Koof und ihre Musiker das Publikum längst gewonnen. Laut riefen die Zuschauer nach einer Zugabe, ein Wunsch, der mit einem besonderen Leckerbissen erfüllt wurde: Da Gaby Koof sich auch mit kölschen Liedern einen Namen gemacht hat, sang sie einen eigenen Song: „Freiheit“ hieß er, ein Stück mit ganz viel Gefühl, „denn Freiheit kann man nit koofe, sie ist en Jeschenk“.

Das Publikum bedankte sich mit „Standing ovations“.                                                     ush

Fotos: Walter Schöller, Text: ush