Gaby Koof erinnerte an Hildegard Knef – 110 Zuschauer ließen sich begeistern
Es gibt Menschen, die sind nicht vergessen, und es gibt Lieder, die über Generationen weitergetragen werden. Hildegard Knef und ihr Song „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ gehören dazu. Und das hat einen Grund: Es war nicht nur die Stimme der Knef, rauchig, voller Tiefe, die uns berührt hat. In ihren Liedtexten erzählt sie, was das Leben mit sich bringt: Liebe und Verlust, Sehnsucht und Hoffnung, Glanz und Melancholie.
Grund genug, mit einer Hommage an Hildegard Knef zu erinnern. Die Idee kam gut an: Bis auf den letzten Klappstuhl war das Begegnungszentrum EvA besetzt. 110 Zuschauer wollten noch einmal der Knef begegnen, die nicht nur Sängerin, sondern auch Schriftstellerin und gefeierte Schauspielerin war.
Mit Gaby Koof hatten die „Jungen Alten“ eine Sängerin engagiert, die schon als Kind in der „guten Stube“ der Oma die Schallplatten der Knef auflegen durfte, um danach zu singen – auch vor alleinstehenden Damen in der Nachbarschaft, die ihr dafür ein leckeres Eis spendierten.
„Meine Mission ist, Ihnen zu zeigen, dass es weit mehr Hörenswertes gibt als die „Roten Rosen“, sagte Gaby Koof. Aus dem rund 300 Titel umfassenden Knef-Repertoire hatte sie auch unbekannte Stücke ausgesucht: Witzig kam das Lied „Guten Morgen, Paul“ daher, denn da wurde kurios das Zusammenleben eines ungleichen Paars beschrieben.
Von glücklicher und unglücklicher Liebe ist in vielen Stücken die Rede, und auch die nachdenkliche Knef-Lyrik kam nicht zu kurz: Das Gedicht „Du siehst nach gar nichts aus“ ist die Studie einer Frau, die von Kind an diesen Satz gehört hat und ihn schließlich in ihrer Außenwirkung verkörpert – als einsame Unglückliche.
Und selbstverständlich kamen auch die Knef-Hits nicht zu kurz: „Ich brauch Tapetenwechsel“ war ebenso dabei wie „Eins und eins, das macht zwei“, „Ich möchte am Montag mal Sonntag haben“ oder „Aber schön war es doch“.
Gaby Koof zur Seite standen der Pianist Andreas Lasonczyk, der die Songs arrangiert hatte, virtuos Jazzelemente setzte und damit einen frischen, neuen Sound kreierte. Großartig. Gerd Brenner brillierte am Bass und gab dem Trio Rhythmus und Tiefe. Ein gelungenes Zusammenspiel, das den Effekt der intimen Kammermusik unterstrich, die das Bühnenbild mit der herrlich altmodischen Stehlampe hervorzauberte.
Als zum Schluss die Hymne erklang „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ hatten Gaby Koof und ihre Musiker das Publikum längst gewonnen. Laut riefen die Zuschauer nach einer Zugabe, ein Wunsch, der mit einem besonderen Leckerbissen erfüllt wurde: Da Gaby Koof sich auch mit kölschen Liedern einen Namen gemacht hat, sang sie einen eigenen Song: „Freiheit“ hieß er, ein Stück mit ganz viel Gefühl, „denn Freiheit kann man nit koofe, sie ist en Jeschenk“.
Das Publikum bedankte sich mit „Standing ovations“. ush




Fotos: Walter Schöller, Text: ush



