Ausflug zum Gut Kallerbend

Normalerweise lassen sie bei ihren Treffen die Stricknadeln klappern: Fast 20 Frauen zählt Gruppenleiterin Karin Breuer einmal im Monat in der EvA zur gemeinsamen Handarbeit. Doch einmal im Jahr steht ein Ausflug auf dem Programm der Strickgruppe der „Jungen Alten“. „Wir haben uns diesmal für „Gut Kallerbend“ entschieden“, sagt Karin Breuer. „Wer noch gut zu Fuß war, ist gegen 10 Uhr mit der Rurtalbahn zum Bahnhof Zerkall gefahren und dann zum Restaurant gewandert. Einige sind mit dem Auto gekommen.“

Nach einer leckeren Mahlzeit stand für die Bewegungsfreudigen ein Spaziergang zum nahegelegenen Pferdegestüt auf dem Programm. Für alle gab es zum guten Schluss ein Eis oder ein Stück Kuchen, bevor gegen 17 Uhr der Rückweg angetreten wurde. „Wir hatten viel Freude an diesem Tag“, sagt Karin Breuer, „es ist schön, die Gruppe auch einmal in anderer Umgebung zu erleben.“ Unser Bild zeigt die Ausflügler am Gut Kallerbend.

Wo die Stricknadeln leise klappern

Als Karin Breuer vor rund zehn Jahren die Handarbeitsgruppe der „Jungen Alten“ von Marlene Segschneider übernommen hat, konnte sie nicht ahnen, dass sie regelmäßig bis zu 20 begeisterte Vereinsfreundinnen um sich scharen würde. Im gemütlichen Konferenzraum der EvA am Schönblick treffen sich die Frauen alle 14 Tage mit ihren Strick- oder Häkelutensilien. Wer Lust hat, bringt auch die Sticknadel mit oder kommt ganz ohne Handarbeitsutensilien. „Manchmal möchte die eine oder andere auch nur eine Tasse Kaffee mit uns trinken“, sagt Karin Breuer. „Wir treffen uns ja in gemütlicher Runde.“

Dabei haben die Frauen schon Aufgaben gemeistert, die nicht leicht waren: Vor ein paar Jahren folgten sie dem Wunsch der Leitung des Klösterchen-Krankenhauses in Köln und strickten winzige Säckchen für die „Sternenkinder“ der Klinik. Hinter dem romantischen Wort verstecken sich traurige Schicksale: „Sternenkinder“ sind totgeborene Babys, die – so die Vorstellung ihrer trauernden Mütter – in einem warmen Säckchen geborgen, beerdigt werden sollten, um im Jenseits nicht zu frieren.

Zum Glück gab es auch freudigere Anlässe für Gruppenaktionen: Zum Beispiel haben die Frauen für Verkaufsausstellungen gearbeitet und Schals, Mützen, Topflappen und Socken präsentiert, die beim Heimbacher Stadtfest und im Rathaus präsentiert wurden.  Auf Wunsch einer Altenpflegerin werden Socken gestrickt, die den Betagten gefallen: „Viele lieben einfach Selbstgestricktes. Vielleicht sind das Erinnerungen an die Kindheit“, sagt Karin Breuer.

Ab und zu wird auch gar nicht gestrickt oder gehäkelt, dann kehrt Ausflugslaune in die Gruppe ein. Zuletzt ging eine fröhliche Fahrt mit der Bundesbahn nach Obermaubach (unser Foto), wo bei „Strepp am See“ ein Tisch reserviert war für 16 Frauen, die sich ein Mittagessen schmecken ließen. Nach einem kleinen Bummel führte der Weg zum Café Flink, wo der Kaffee auf den Tischen dampfte. „Wir hatten sogar Mitglieder dabei, die einen Rollator benötigten“, sagt Karin Breuer. „Aber alles hat wunderbar geklappt.“

Das soll so bleiben: Die Gruppe von Karin Breuer trifft sich alle 14 Tage und lässt die Nadeln klappern. Dabei verfliegt mancher trübe Gedanke, denn in Geselligkeit und mit einer Handarbeit wird alles ein wenig leichter.                                                                      ush

Zur Entspannung ein Frühstück

Die Handarbeit ist für einige Frauen im Verein „Die jungen Alten“ das schönste Hobby. Und am liebsten arbeiten sie gemeinsam in der Gruppe von Karin Breuer (dritte von links). Die Corona-Zeit haben viele deshalb als große Leere empfunden, denn sie mussten allzu lange die Geselligkeit meiden. Kein Wunder, dass die Gruppenmitglieder nun wieder zahlreich zum Handarbeiten kommen. Und manchmal gönnen sie sich auch eine Auszeit und frühstücken bei „Kafila“. Gemeinschaft ist eben Trumpf, auch am langen Esstisch. Wie schön, dass dies wieder möglich ist.                        ush