Wer häkelt Rosen der Hoffnung?

Ab 12. September ist in der Schmidter Kirche St. Hubertus eine soziale Skulptur der Künstlerin Caroline Lauscher zu sehen  – Auch „Junge Alte“ beteiligen sich an dem Projekt

Ende 1944 erlangte das Höhendorf Schmidt traurige Berühmtheit. Westlich der Rurtalsperre gelegen, war es das wichtigste strategische Ziel der Alliierten auf ihrem Eroberungsfeldzug durch Deutschland. Doch bei der „Battle for Schmidt“ erlitten die Amerikaner schwere Verluste, als sie in das Feuer der Abwehr gerieten. Die deutschen Soldaten hatten sich in Bunkern verschanzt und überraschten den Feind in den dichten Wäldern mit dem unerbittlichen Trommelfeuer der Artillerie.

An diese „Dornen der Vergangenheit“ will eine Roseninstallation der Schmidter Künstlerin Caroline Lauscher (Foto) erinnern. „In Folge eines Krieges sind alle Menschen über Generationen von den schlimmen Auswirkungen betroffen. Diese tiefen Einschnitte im Leben unserer Gesellschaft mit kollektiv traumatischen Folgen wollen angeschaut werden“, sagt sie.

Die Roseninstallation ist eine soziale Skulptur, die Häkelnde verbindet. Auf Bitte der Künstlerin haben sich viele Menschen an dieser Arbeit beteiligt und farbenfrohe Wollrosen gehäkelt, die Hoffnung schenken für eine bessere, gemeinsame Zukunft: „Da haben die Dornen Rosen getragen…“

Welcher Ort könnte besser geeignet sein, als die Kirche St. Hubertus in Schmidt, um diese Roseninstallation sichtbar zu machen? Im und am dortigen Friedensraum werden sie ab dem 12. September zu sehen sein und ein kraftvolles Zeichen setzen, das Tod und Verderben in Trost und Hoffnung verwandelt. Eine zweite Installation ist in einem der Bunker (Foto unten) in unwegsamem Gelände errichtet worden. Dort, wo 1944 Soldaten hofften, bangten, verzweifelten und von Angst getrieben, jedem neuen Tag entgegen sahen, erblühen nun mitten in der Wildnis Rosen der Gemeinschaft.

Die Installation in Schmidt ist bereits die zweite soziale Skulptur, die Caroline Lauscher präsentiert. Im Mai setzte sie im Dürener Muttergotteshäuschen ein mächtiges Zeichen des Trostes gegen die Schrecken der Pandemie.

„Ich möchte auch in den nächsten Monaten an verschiedenen Orten mit Wollrosen eine symbolische Verbindung von Vergangenheit und Gegenwart, von Verletzung und Heilung aufzeigen“, sagt sie. „Inspiriert zu dieser Arbeit hat mich ein Satz aus dem Lied ‚Maria durch ein Dornwald ging’. Ich bin dankbar, dass so viele Menschen diese Idee mittragen und sich mit ihrer Häkelarbeit zum großen Ganzen verbinden.“  

Auch einige Mitglieder der „Jungen Alten“ häkeln Rosen der Hoffnung. Wer noch an dem Projekt teilnehmen möchte, ist herzlich zur Mitarbeit eingeladen. Weitere Informationen: carolinelauscher@web.de. Telefon: 02474-9982320.

                                                                                              

    

Rosen schenken Hoffnung in der Pandemie

Kunstinstallation von Caroline Lauscher im Muttergotteshäuschen verbindet 60 Häkelnde in ganz Deutschland  – Unterstützung kam auch von den „Jungen Alten“ und vom „Team Kreisverkehr“  

„Da haben die Dornen Rosen getragen“, heißt eine Kunstinstallation, die im Mai im Dürener Muttergotteshäuschen zu sehen ist. Rund 60 Menschen haben mitgeholfen, die Idee der Künstlerin Caroline Lauscher Wirklichkeit werden zu lassen. In ungezählten  Arbeitsstunden haben sie Rosen aus bunter Wolle gehäkelt und damit Liebe und Zusammenhalt demonstriert. „Ich bin glücklich, dass es uns gelungen ist, eine soziale Skulptur zu schaffen“, sagt Caroline Lauscher.  „Wir können mit dieser großen Gemeinschaftsarbeit in der Zeit der Pandemie ein Zeichen der Hoffnung setzen.“ 

Gehäkelt wurde an vielen Orten in Deutschland und sogar in Wien. Allein in der Eifel ließen sich 28 Frauen begeistern, i n Düren arbeiteten 14 mit. Noch bis kurz vor der Installation der Rosen brachte der Postbote Pakete mit Rosen ins Haus von Caroline Lauscher in Nideggen-Schmidt. In der kleinen Kirche verbindet das symbolische Kunstwerk nun alle Teilnehmer. Es gibt Kraft und Glauben, zumal zwischen die Rosen kleine Zettel mit Fürbitten gesteckt werden. Es sind Herzenswünsche von Menschen, die versuchen, in dieser Krise nicht zu verzweifeln.

Auch 13 Mitglieder der „Jungen Alten“ haben an dem Projekt teilgenommen. Es sind: Hilde Amrein, Karin Breuer, Adelheid Blodau, Marliese Dahmen, Brigitte Gfeller, Veronika Gebhardt, Franziska Gerkowski, Karola Hertl, Marie Theres Krouth, Claudia Lüth, Hedwig Meixner, Heidi von Abercron und Karin Winkel-Wergen.  Das Team „Kreisverkehr“ hat die Arbeit unterstützt und den „Jungen Alten“ Wolle zur Verfügung gestellt, die zu den Restbeständen der Osteraktion zählte.

Wer will, kann auch in den nächsten Wochen noch Rosen häkeln und in ein Körbchen im Muttergotteshäuschen legen, denn die Installation ist die erste Kunstaktion, mit der Caroline Lauscher in den nächsten Monaten Orten und Ereignissen gedenken möchte, die „Dornen“ in unserem Leben sind und waren.

Das Muttergotteshäuschen an der Zülpicher Straße 227 in Düren ist an jedem Tag im Mai von 08.00 bis 20.00 Uhr  geöffnet.                      

Wer häkelt mit?

Eine Roseninstallation der Künstlerin Caroline Lauscher will Hoffnung in der Pandemie geben.

„Dornen der Pandemie“ nennt die Künstlerin Caroline Lauscher eine Installation, die im Mai im Dürener Muttergotteshäuschen an der Zülpicher Straße 227 zu sehen sein wird. Ihre Idee: Rosen, die von vielen Menschen in verschiedenen Formen und Farben gehäkelt worden sind, setzen Zeichen gegen die Angst, die Mutlosigkeit und die traumatischen Folgen der Virusausbreitung. Die große Gemeinschaftsarbeit will Hoffnung geben, aber auch die Sorgen und Nöte der Gesellschaft zeigen: Zwischen den Rosen, die auf großen Bahnen befestigt sind, werden Zettel mit Bitten oder Klagen gesteckt. Es sind Fürbitten, die Besucher im letzten Jahr im kleinen Muttergotteshäuschen an die Filzwand gehängt haben. Das symbolische Kunstwerk soll alle verbinden und Kraft und Zuversicht geben: „Da haben die Dornen Rosen getragen…“  Dieser Satz aus dem Lied „Maria durch ein Dornwald ging“ hat die Künstlerin zu ihrer sozialen Skulptur inspiriert.

Die Roseninstallation im Muttergotteshäuschen ist die erste Kunstaktion, mit der Caroline Lauscher in den nächsten Monaten Ereignissen und Orten gedenken möchte, die in unserem Leben „Dornen“ sind und waren. „Die Arbeit ist eine symbolische Verbindung von Verletzung und Heilung“, sagt sie. „Im Vordergrund steht eine gemeinsame Arbeit zu einem großen Ganzen. In der Solidarität der Häkelnden liegt eine große Wirkmächtigkeit.“

Wer noch Rosen häkeln möchte, ist herzlich eingeladen mitzumachen. Bei Interesse sendet Caroline Lauscher eine Rosenhäkel-Anleitung als Video und bei Bedarf auch Wolle zu. Zudem sind alle eingeladen, ab dem 1. Mai ihre Anliegen im kleinen Muttergotteshäuschen niederzuschreiben und aufzuhängen. Gehäkelte Rosen können auch in den Korb am Fuß der Filzwand gelegt werden. Zettel und Rosen werden dann in das Kunstprojekt eingearbeitet, das bundesweit zu sehen sein wird.

Weitere Informationen: carolinelauscher@web.de, Telefon: 0049(0)2474-9982320.           ush