Lange Zeit habe ich als Redakteurin für den “General-Anzeiger” in Bonn und die Tageszeitung “Die Welt” gearbeitet. Als Autorin schrieb ich Reiseführer über die Eifel, Aachen, Ostbelgien. Und: “Frau Kassel will Wunder”, ein Roman über Heiler und Scharlatane.
Normalerweise lassen sie bei ihren Treffen die Stricknadeln klappern: Fast 20 Frauen zählt Gruppenleiterin Karin Breuer einmal im Monat in der EvA zur gemeinsamen Handarbeit. Doch einmal im Jahr steht ein Ausflug auf dem Programm der Strickgruppe der „Jungen Alten“. „Wir haben uns diesmal für „Gut Kallerbend“ entschieden“, sagt Karin Breuer. „Wer noch gut zu Fuß war, ist gegen 10 Uhr mit der Rurtalbahn zum Bahnhof Zerkall gefahren und dann zum Restaurant gewandert. Einige sind mit dem Auto gekommen.“
Nach einer leckeren Mahlzeit stand für die Bewegungsfreudigen ein Spaziergang zum nahegelegenen Pferdegestüt auf dem Programm. Für alle gab es zum guten Schluss ein Eis oder ein Stück Kuchen, bevor gegen 17 Uhr der Rückweg angetreten wurde. „Wir hatten viel Freude an diesem Tag“, sagt Karin Breuer, „es ist schön, die Gruppe auch einmal in anderer Umgebung zu erleben.“ Unser Bild zeigt die Ausflügler am Gut Kallerbend.
Lasst uns im Kurpark den Sommer feiern. Am 17. August ist ab 18 Uhr Picknickkonzert im Schatten der Burg, und alle sind eingeladen, es sich auf der Wiese gemütlich zu machen. Diesmal gibt es eine Überraschung im Abendprogramm. Das Theater „Pantao“ wird uns einen Besuch abstatten. Sie können gespannt sein.
Bringt ein Picknickkörbchen voller Leckereien mit, vielleicht auch einen Klappstuhl und ein Tischchen, und schon kann es losgehen: Musik genießen, essen, trinken und plaudern. Das Salonorchester „Achso!“ aus Aachen unterhält die Besucher einen Sommerabend lang mit populärer Klassik, die viele von den Neujahrskonzerten der Wiener Philharmoniker kennen.
Wer nicht viel tragen will, kann selbstverständlich die Kurparkstühle benutzen. Auch einige Biertische werden aufgestellt. Die „Jungen Alten“ organisieren das Konzert, aber alle sind eingeladen. Auch Familien mit Kindern können sich auf der Kurparkwiese vergnügen, denn die Musiker starten bereits um 18 Uhr. Und alles ist kostenlos. Kein Eintritt, keine Getränke oder Essenskosten vor Ort. Lediglich eine Spende für die Musiker wäre erwünscht.
Wann haben Sie zuletzt ein Picknick im Grünen gemacht? Am 17. August ist die beste Gelegenheit, denn die Szenerie könnte romantischer nicht sein. Am malerischen Ufer der Rur, unterhalb der Burg, die zu später Stunde angestrahlt wird, lässt sich das Leben genießen.
Und wenn wir alle die Daumen drücken, ist auch das Wetter so warm und sommerlich wie beim letzten Picknickkonzert vor zwei Jahren (unser Foto). ush
Die „Heimbachhilfe“ unterstützte einen Seniorenausflug der katholischen Gemeinschaft der Gemeinden Heimbach und Nideggen.
Anfang Juli fuhren 42 Senioren der katholischen Pfarrgemeinden Heimbach und Nideggen (unser Foto) zur „Schwarzen Madonna“ im Marienwallfahrsort Holtum. Pfarrer Kurt-Josef Wecker zelebrierte eine Messe und Herr Elberen informierte in der Kapelle über die Herkunft der „Schwarzen Madonna“ und die Bedeutung ihres geschmückten Gewands.
Auch ein Besuch im Flachs- und Trachtenmuseum in Wegberg-Beeck stand an diesem Tag auf dem Programm. Mit Interesse ließen sich die Besucher bei einer Führung den Herstellungsprozess vom Flachs zum Leinen erklären – ein wertvoller Stoff, der nachhaltig zu schönen Trachten verarbeitet werden kann.
Bevor die Rückreise angetreten wurde, trafen sich die Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen im Hotel Esser. Der von Hildegard Ossendorf, Marlene Küpper und Inge Wegen organisierte Ausflug war auch durch eine finanzielle Unterstützung der „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ möglich geworden. Neben anderen Spendern hatte sich die Gruppe der „Jungen Alten“ unter Leitung von Inge Wergen dafür eingesetzt, dass der Ausflug der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Heimbach und Nideggen erfolgreich durchgeführt werden konnte.
Die „Schwarze Madonna“ stand im Mittelpunkt des Ausflugs der Gläubigen aus Heimbach und Nideggen.
Aus Flachs-Leinen werden schöne Trachten erarbeitet, wie das Museum in Wegberg-Beeck zeigt.
Die Verarbeitung des Leinens am Webstuhl.
Auch das kann sich sehen lassen: Textilien aus Leinen.
Walter Salentin aus Vlatten ist der neue Leiter der Fahrradgruppe der „Jungen Alten“. Die erste Tour startete gestern um 10 Uhr an der Kirche in Lammersdorf, wo sich elf Radler trafen. Manfred Amrein hatte die Rundfahrt vorbereitet, stellte Walter Salentin als neuen Gruppenleiter vor und versicherte, dass er die zukünftigen Touren vorbereiten und mitgestalten wird.
Die Teilnehmer reagierten erfreut, und starteten bei bedecktem Himmel Richtung Wesertalsperre in Belgien. Schon kurz nach der Abfahrt wurden die Radler von einem ersten Abenteuer überrascht: Eine Schafherde mit rund 400 Tieren säumte ihren Weg und die Radler hatten Gelegenheit, sich die Herde ganz aus der Nähe anzusehen.
Gute Stimmung herrschte bei der Weiterfahrt, die immer wieder durch kleine Pausen unterbrochen wurde. Gegen 16 Uhr erreichten die Radler wieder die Autos in Lammersdorf und gönnten sich beim Bäcker noch ein leckeres Stück Kuchen. Ein schöner Ausklang in bester Stimmung. Sogar die Sonne lachte am Nachmittag noch mit. ush
Seine erste Tour führte nach Belgien: Walter Salentin ist neuer Gruppenleiter.
Elf Radler nahmen an der Rundreise nach Belgien und zurück teil.
135 Zuhörer kamen zum Konzert von „Blues Delivery“
Als „Summertime“ von George Gershwin erklang, hatten die Männer von „Blues Delivery“ die Herzen ihrer Zuhörer längt erobert. Zwei Stunden lang unterhielten sie das Publikum in der bis auf den letzten Platz gefüllten Eva am Schönblick mit traditionellen Blues-Songs, die Werner Weber eigens für seine Band arrangiert hatte. Die 135 Zuhörer im Saal wippten und klatschten zu Stücken, die einst von schwarzen Arbeitern gesungen worden waren, und Anfang des 20. Jahrhunderts die Wurzeln der populären Musik legten. Jazz, Rock und Soul wären ohne diese Songs nicht denkbar.
„Blues Delivery“ stellt sich seit 40 Jahren dieser Tradition, spürt ihren Emotionen nach und setzt neue Akzente. Die Texte erzählen oft von harter Arbeit, von Ausbeutung und Diskriminierung. Mit einem Sänger wie Jupp Ebert erreichen sie eine einzigartige Qualität. In hohem Alter singt er Stücke wie „Pile driving Blues“ oder „County Jail Blues“ mit einer Intensität, die seine Zuhörer in Bann zieht. Kein Wunder, dass er In seiner Heimatstadt als „The Voice of Aachen“ verehrt wird.
Und dann Riedel Diegel: Er ist der Meister des Atems. Mit seiner Mundharmonika vollbringt er wahre Kunststücke, erzeugt nie gehörte Töne, wechselt während des Spiels die kleinen Instrumente und damit die Tonlagen, spielt mal schmusig, mal schmissig, mal rockig, mal fetzig und treibt mit seinen Einlagen die Musik voran, um immer wieder neue Akzente zu setzen. Beeindruckt lauschten die Zuhörer einem minutenlangen Solo, das erahnen ließ, wie einzigartig er die Mundharmonika beherrscht.
Der holländische Meistergitarrist Mark Beumers war eigens für das Konzert 250 Kilometer weit angereist. Seine Soli erhielten viel Szenenapplaus, sein Sound bildete das Rückgrat der Songs mit ihren eigenwilligen und ganz individuellen Arrangements. Zusammen mit dem Bassgitarristen Robert Schumacher, dem Heimbacher Publikum auch durch seine Auftritte bei „Cantalyra“ bekannt, brachte er den Blues-Rhythmus in die EvA.
Dass Blues nicht immer dem Klischee von „trauriger Musik“ entspricht, wurde an diesem Abend deutlich. Viele der Stücke sind im Gegenteil beschwingt, ja, tanzbar, einige versprühen Lebensfreude, die das Publikum dankbar aufnahm und am Ende zu Standing Ovations animierte. „Ich habe heute Abend viele lächelnd glückliche Gesichter gesehen“, sagte Werner Weber am Ende des Konzerts. „Das wirkt sich auch auf unser Spiel aus.“
Bei so viel Zuspruch bleibt nur noch, einen Satz von Andreas Grude zu zitieren, der die Internetseite der Band schmückt: „Ihr solltet Kassenzulassung beantragen“, schrieb er. „eine Stunde „Blues Delivery“ wirkt wie Psychotherapie, euer Spiel und eure Lebensfreude sind gut für Herz und Seele, da könnte sich manch einer die kleinen Pillen sparen.“ ush
„Blues Delivery“ (von rechts nach links): Robert Schumacher, Gründungsmitglied Werner Weber, Mark Beumers, Jupp Ebert und Riedel Diegel.
Jupp Ebert (links) und Werner Weber als Duo. Jupp Ebert wird in seiner Heimat „The voice of Aachen“ genannt. Gefühlvoll und intensiv ist sein Vortrag. Riedel Diegel beherrscht meisterhaft die Mundharmonika. Riedel Diegel und Mark Beumers im Duett.Zuletzt gab es nur noch ein paar Stehplätze. Die EvA war bis auf den letzten Stuhl belegt.
Es klingt, als rausche der Wind durch die Bäume oder als flüstere ein Kornfeld. Ein Glöckchen ertönt, dann leises Gebrumm und Flattern, das Rauschen des Regens. Ein tiefer Gong, das Schwirren kommt näher, um sich wieder zu entfernen. Wo ist der Weg im Wechsel der sanften Töne?
Marianne Bresgen hat den Besuchern der Meditationsabende von Caroline Lauscher in der EvA ein besonderes Erlebnis geschenkt. Sie bespielte Klangschalen, Trommeln, ließ die archaischen Klänge des Didgeridoo ebenso erklingen wie die des Monochords und des Fünf-Elemente-Koshi. Fast eine Stunde lang bediente sie die Instrumente, ging mit ihnen durch den Raum, näherte sich den Zuhörern, um sie enger mit sich selbst und dem Klang zu verbinden.
„Ich arbeite intuitiv“, sagt sie. „Nach und nach werden alle Töne in ihrer unterschiedlichen Art lebendig und bringen uns in eine andere Welt. Wer sich auf die Klänge einlässt, kann zu Tiefenentspannung kommen. Denn die Obertöne der Instrumente reduzieren Stress, Disharmonie und Ängste.“
Einige Zuhörer hatten ihre Yogamatten mitgebracht, um sich liegend den Tönen hingeben zu können. Alle hatten die Augen geschlossen, lauschten versunken und ließen sich auch von Mariannes Stimme verzaubern, die zum sanften Klang des Monochords ein aramäisches „Vater unser“ sang, innig, zart und unendlich sanft.
Zu Beginn der Klangmeditation hatte Caroline Lauscher die Zuhörer mit Worten von Anselm Grün eingestimmt: „Im Hören bekommt unsere Seele Nahrung. Sie kommt mit sich selbst in Berührung und sie beginnt zu leben. Im Hören kommt die Seele in Schwingung. Sie bekommt Flügel. Sie hebt sich über das Irdische und Vordergründige hinweg. Der Mensch kommt mit seinem innersten Wesen in Berührung.“ Wie wahr. ush
Caroline Lauscher (rechts) hatte Marianne Bresgen dazu eingeladen, eine Klangmeditation durchzuführen. Fotos: ush
Auf ihrer diesjährigen Jahreshauptversammlung haben „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ einen neuen Vorstand gewählt: Der Vorsitzenden Hilde Amrein wurde von der Versammlung erneut das Vertrauen ausgesprochen. Auch ihr Stellvertreter Walter Schöller ist einstimmig wiedergewählt worden. Nach Jahren verdienstvoller Arbeit legte Kassierer Wolfgang Virnich sein Amt nieder. An seine Stelle tritt Dieter Bodes. Die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, die Internet-Redaktion und die Organisation der Veranstaltungen liegt nach einstimmiger Wiederwahl weiterhin in den Händen von Ulrike Schwieren-Höger. Auch Claudia Lüth ist als Vertreterin der Beiratsmitglieder für die nächsten zwei Jahre im Vorstand bestätigt worden. Zu Kassenprüfern wurden Edda Virnich und Brit Possardt gewählt, nachdem Frank Ledig und Reinhard Virnich dieses Amt niedergelegt hatten.
Die Vorsitzende Hilde Amrein konnte im Jahresrückblick auf zahlreiche Sonderveranstaltungen hinweisen und bedankte sich auch bei allen Gruppenleitern für die geleistete Arbeit. Kassierer Wolfgang Virnich, der von Hilde Amrein für seine Verdienste geehrt wurde, übergibt die Kasse an Dieter Bodes mit einer zufriedenstellenden Haushaltslage.
Ulrike Schwieren-Höger informierte über die Veranstaltungen in den nächsten Monaten:
Sonntag, 2. Juni, 19 Uhr:Konzert mit „Blues-Delivery“ in der EvA
Samstag, 17. August, 18 Uhr: Großes Picknickkonzert im Kurpark mit dem Salonorchester „Achso!“ und dem Theater „Pantao“ als Showeinlage
Sonntag, 27. Oktober, 17 Uhr: Heimatvortrag von Peter Cremer in der EvA. Mit Bildern und Geschichten erzählt er über das Heimbacher Leben in früheren Zeiten
Samstag, 23. November: Konzert mit der Mezzo-Sopranistin Martina Garth und Kantor Peter Mellentin in der St. Clemens-Kirche
Zudem wird Walter Schöller gemeinsam mit Dieter Bodes einen Schlagernachmittag veranstalten. Das Datum steht noch nicht fest.
Am 30. August ist eine Busfahrt zum Mitsingkonzert der „Raritätenband“ geplant, die uns beim Neujahrsempfang begeistert hat. Wer mitfahren möchte, sollte sich bei Walter Schöller, Telefon 02446-91010, oder Hilde Amrein, Telefon: 02446-3291, anmelden. ush
Unser oberes Bild zeigt von rechts nach links: Hilde Amrein, Dieter Bodes, Ulrike Schwieren-Höger, Walter Schöller und Claudia Lüth.
Mit einem Spezialitätenkorb voller italienischer Köstlichkeiten bedankte sich Hilde Amrein bei Wolfgang Virnich für die langjährige Arbeit als Kassierer. Foto: Walter Schöller
„Die jungen Alten“ luden zu einem Abend rund um die 80er Jahre ein – mit dem Buch „Kreideherz“ und dazu passenden Songs
Das soll ihr erst einmal einer nachmachen: Anne Fink sang Cindy Laupers Hit „Girls just wanna have fun“ aus dem Stand, ohne jede musikalische Begleitung. Frech, herausfordernd, selbstbewusst, wie es sich gehört für ein Mädchen, das Spaß haben will und nach einer Party von der Mutter nachts um 2.30 Uhr beim Zuspätkommen ertappt wird, obwohl es doch auf Katzenpfötchen die Treppe hinaufgeschlichen war.
Der musikalische Auftakt der „Lesung und Musik“ rund um das Buch „Kreideherz“ von Regine Brühl und Stephan Falk schloss sich ideal an den Text an, und was dann folgte ließ erahnen, dass sich in „Kreideherz“ alles um Liebe und Herzflattern in den Teenagerjahren dreht. Das war in den 80er Jahren nicht anders als heute.
Was wäre da schöner, als das Liebeslied von BAP aus dem Jahr 1982: „Do kanns zaubere“. Innig, verliebt, verträumt sang Anne Fink, begleitet von Christof Mann am Keyboard, den Song von Wolfgang Niedecken, und wer das Kölsche Platt im Original noch nie verstanden hat, hörte in der EvA eine Version, die ans Herz ging. Gänsehaut pur.
Und dies, obwohl Anne Fink an diesem Abend eine Doppelrolle übernehmen musste: Sie sang nicht nur, sondern sprang bei der Lesung an der Seite von Stephan Falk auch für die erkrankte Autorin Regine Brühl ein. Da war von der Landjugend zu hören, die beim Verkauf von Misteln in Köln das große Geschäft machte, die Polizei in die Irre führten, nachts im elterlichen Swimming-Pool planschte und den Karneval genoss, auch in Verkleidungen, die heute nicht mehr erwünscht sind, weil sie als „kulturelle Aneignung“ kritisiert werden könnten.
Zwischen den Texten schlüpfte der Mann am Keyboard, Christof Mann, in die Rolle von Herbert Grönemeyer, und grölte „Sie mag Musik nur, wenn sie laut ist“ mit soviel Verve, dass er dem Original durchaus standhalten konnte.
Und gegen Ende sangen alle mit: „Dein ist mein ganzes Herz“, das Lied von Heinz Rudolf Kunze aus dem Jahr 1985 ist noch immer ein Ohrwurm, auch wenn Stefan Falk sich zu Beginn der Lesung nicht sehr wohlwollend über den Künstler geäußert hatte.
Beim anschließenden Umtrunk waren die 80er Jahre noch präsent, denn einige Besucher waren in dieser Zeit ebenso jung wie die Autoren Regine Brühl und Stefan Falk und erinnerten sich an eigene Erlebnisse in einer Zeit, die vielleicht offener und toleranter war als unsere Gegenwart.
ush
Anne Fink las für die erkrankte Autorin Regine Brühl mit Autor Stephan Falk aus „Kreideherz“.
Anne Fink, begleitet von Christof Mann am Keyboard.
Anne Fink mit Autor Stephan Falk.
Voller Emotion: Anne Fink sang „Do kanns zaubere“ von BAP.
Auf Einladung der „Heimbachhilfe“ gastierten die Aachener Clowns Franzi und Pit im Hergartener Pflegewohnheim
Franzi strotzt vor Übermut. In ihrem grasgrünen Kleidchen und mit den pinkfarbenen Schuhen hüpft sie über die Terrasse, schwenkt die Arme und sucht laut lachend Tanzpartner. Ihr zur Seite steht der gemütliche Pit, eine kleine Gitarre im Arm, deren Saiten er unermüdlich zupft, während er singt: „Hallo, hallo, wir wollen euch begrüßen und machen das so: Hallo, Hallo.“
Die Beiden sind Mitglieder der Aachener Klinik-Clowns, und sie wissen, für Menschen in Krankenhäusern und Altenheimen ist Freude fast so wichtig, wie Fürsorge und gute Medizin. „Die Klinik-Clowns … schaffen emotionale Begegnungen in ganz sensitiver und persönlicher Weise. Sie leisten so einen wesentlichen Beitrag zum Wohlbefinden und zur „Heilung“, informiert die Internetseite ihres Vereins.
Das beweisen Franzi und Pit auch in Hergarten. Auf Einladung der „Heimbachhlfe“ sind sie aus Aachen angereist und verbreiten im dortigen Pflegewohnhaus gute Laune. Die Leiterin des Sozialen Dienstes, Lara Dörsam, war im Vorfeld sofort offen für den Vorschlag, die Clowns in ihrem Haus auftreten zu lassen und sorgte für das passende Ambiente: Auf der Terrasse herrscht Partystimmung: Luftballons und Luftschlangen liegen auf den Tischen, es duftet nach Waffeln. „In unserem Haus sind Menschen von 35 bis Mitte 80“, sagt sie. „Wir simulieren in Gruppen das Leben, weil alle mit ihren unterschiedlichen Krankheitsbildern miteinander wohnen.“
Über Krankheiten wird an diesem Tag nicht geredet. Franzi und Pit wollen singen: „An der Nordseeküste“ wird ebenso geschunkelt wie „Marmor, Stein und Eisen bricht“ gesungen. Als das Eis gebrochen ist, pustet Franzi herrlich schimmernde Seifenblasen in die Luft, und wenig später schwenken einige Bewohner die Rasseln im Rhythmus und grölen zum Stierkampflied von Pit „Olé“.
„In Pflegeheimen treten wir als Clowns in besonderer Weise auf“, sagt Franzi, die im wahren Leben Barbara Portsteffen (69) heißt. „Die Menschen benötigen engeren Kontakt und direkte Ansprache.“ Dies leistet sie mit großer Empathie. Immer wieder eilt sie an die Tische, umarmt, streichelt die Bewohner und steckt ihnen kleine Herzchen ans Revers.
Eigentlich ist sie Schauspielerin und im Aachener „Theater K“ aktiv. Als Clown tritt sie immer mit Pit alias Norbert Conrads (66) auf, der Lehrer an einer Förderschule ist. Die Beiden sind Improvisationskünstler, die auf die jeweiligen Situationen eingehen, spontanen Eingebungen folgen und ihren Zuschauern einfach ein bisschen Glück schenken wollen.
Im Namen der Bewohner bedankte sich Ella bei der „Heimbachhilfe“ im Verein „Die jungen Alten Heimbach e.V.“ für die schönen Stunden, die den Bewohnern geschenkt worden sind. „Es ist so wichtig für uns, Freude zu erfahren“, sagt sie. „Das ist heute gelungen.“ ush
Mit großer Bestürzung haben wir erfahren, dass unser Beiratsmitglied Hans-Peter Klein verstorben ist. Wir verlieren mit ihm einen zuverlässigen und engagierten Gruppenleiter, der mit Begeisterung für die „Jungen Alten“ gearbeitet hat.
Hans-Peter Klein
Das Fahrrad-Fahren war seine Passion. Er unternahm nicht nur selbst weite Radtouren und nahm an landesweiten Veranstaltungen teil, auch für unseren Verein hat er viele Touren ausgetüftelt und einen kleinen „Trick“ erfunden, damit der Radius erweitert werden konnte: Zu vielen Fahrten organisierte er einen Kleinbus, der die Fahrräder aufnahm, damit auch die weitere Umgebung von Heimbach „erforscht“ werden konnte.
Viele schöne Ausflüge haben wir ihm zu verdanken, bei Wind und Wetter waren unsere Radler unterwegs. Und als Belohnung gab es vor kurzem auffällig gelbe Radwesten mit dem Logo der „Jungen Alten“. So konnten Hans-Peter und seine Mitstreiter schon von weitem erkannt werden. Denn die Sicherheit seiner Radfahrer lag ihm so am Herzen, dass er mit Unterstützung der Polizei ein Radfahrtraining auf dem Parkplatz Schwammenauel organisierte, bei dem Kurvenfahren und Verkehrsregeln einstudiert wurden.
Unvergessen sind auch die Auftritte von Hans-Peter Klein beim Neujahrsempfang. Mit trockenem Humor und Hildegard Kremers an seiner Seite gelang es ihm immer wieder, die Mitglieder zum Lachen zu bringen.
Wir werden Hans-Peter Klein in Erinnerung behalten und danken ihm für seine wertvolle Arbeit über Jahre hinweg. Er hat unseren Club mit seiner liebenswürdig-humorvollen Art bereichert. Er wird uns fehlen. ush
Unser oberes Foto zeigt Hans-Peter Klein (Mitte) unter seinen Fahrradfreunden. Foto: Walter Schöller