Sommerfest mit viel Musik

Das diesjährige Sommerfest der „Jungen Alten“ fand zum ersten Mal auf dem Vorplatz der evangelischen Kirche, EvA am Schönblick, statt. Auch in Corona-Zeiten ließen es sich mehr als 30 Mitglieder nicht nehmen, in fröhlicher Runde zu feiern. Frank am Akkordeon, Jürgen an der E-Gitarre und Mohamed am Bass sorgten für gute Stimmung, und die Vorsitzende Hilde Amrein trug zur allgemeinen Freude „eine etwas andere Schöpfungsgeschichte“ vor.  Essen und Trinken hatte diesmal jedes Mitglied selbst mitgebracht – nach dem Motto: Wenn wir in diesem Jahr schon kein „Picknickkonzert“ veranstalten können, wollen wir wenigstens im kleinen Kreis picknicken.              ush

Hilde Amrein trug eine witzige Geschichte vor.                                                                Fotos: Walter Schöller
Gemütliche Tischrunden: Jeder hatte sein Picknick mitgebracht.

 

 

Eine Sommernacht voller Romantik

Die Strahlen der Abendsonne tunken den Kurpark in goldenes Licht. Auf Campingstühlchen sitzen Paare nah am eilig fließenden Wasser der Rur, ein Tischchen vor sich, beladen mit Leckereien, Getränken und flackernden Kerzen. Andere lassen es sich auf der Wiese gut gehen, liegen träumend auf ihrer Decke und schauen hoch in den Himmel. Gruppen von Freunden haben lange Tische aufgebaut, festlich geschmückt mit Tischtüchern, Blumen und Porzellan. Friedlich und heiter ist die Stimmung .
Das Picknickkonzert der Jungen Alten hat in diesem Jahr mehr als 300 Menschen erfreut. Bepackt mit Körben und Kühltaschen waren die ersten schon um 17 Uhr in den Kurpark gezogen, und sie klatschten begeistert, als die Musiker des Aachener Salonorchesters „Achso!“ in ihrer festlich schwarzen Kleidung gegen 18.30 Uhr das romantische Fest mit Operettenmelodien eröffneten.
„Wir lieben die grandiose Atmosphäre hier im Heimbacher Kurpark“, sagt David Havenith, Cellist und Manager des Orchesters, der diesmal mit Alina Palus auch eine Sängerin aus den eigenen Reihen präsentieren konnte.
Schon zum sechsten Mal war sein Orchester der Einladung nach Heimbach gefolgt und musizierte voller Spielfreude und Esprit in vier Blöcken mehr als vier Stunden lang alles, was Freude macht: Die „Petersburger Schlittenfahrt“ war ebenso zu hören wie „Orpheus in der Unterwelt“, „An der schönen blauen Donau“ oder „Tanzen möcht ich“.
Getanzt wurde tatsächlich von sechs jungen Heimbacherinnen der Ballettschule Sylvia Jaud. Unter Leitung von Gloria Hille verzauberten sie das Publikum, das spontan Zugaben verlangte, nachdem die grazilen Damen „La Bayadere“ und den Tango „Güell“ aus dem Musical „Gaudi“ aufgeführt hatten.
Auch viele Zuschauer bewegten sich im Walzertakt. Während hoch auf dem Felsen Burg Hengebach im Licht erstrahlte, zogen nach Einbruch der Dunkelheit Paare auf die Tanzfläche – in einer Sommernacht voller Romantik, die erst kurz vor Mitternacht endete mit anrührenden russischen Melodien.                  ush/ Fotos: Walter Schöller


Die Damen der Ballettschule Sylvia Jaud.
Foto: Beate Weiler-Pranter

Mit der Försterin im Wald

Försterin Ute Hass (auf dem Foto links) konnte 25 wissbegierige „Junge Alte“ in „ihrem“ Wald bei Düttling begrüßen. Auf Bitte des Vereins hatte sie eine kleine Wanderung ausgearbeitet, bei der sie ihren Gästen die Schönheiten des Waldes aufzeigte, aber auch Probleme ansprach: „Nur Wald, der kontinuierlich und mit Sachverstand bewirtschaftet ist, kann die Bedürfnisse der Menschen erfüllen, heute ebenso wie in der Zukunft“, mahnte sie.
Für diese Arbeit seien Försterinnen und Förster notwendig, die sich vor Ort unabhängig um den Wald kümmerten. Es reiche nicht, Interessenvertreter mit dem Naturschutz oder selbstständige Unternehmer mit den Belangen des Waldes zu beauftragen, sondern der Wald benötige eine funktionierende und geregelte Forstwirtschaft, die alle Fäden in der Hand hielte und dafür sorge, dass die Multifunktionalität des Waldes gewahrt bleibe: Naturschutz sei dabei ebenso zu nennen wie die Verhinderung von Erosion, aber auch die Bedürfnisse der Menschen nach Freizeitvergnügen und Stressabbau.
Sowohl die Infrastruktur, also die Unterhaltung der Holzabfuhr- und Wanderwege, müsse berücksichtigt werden, als auch die Nutzfunktion des Waldes, die zahlreiche Arbeitsplätze sichere. Eine fast unendliche Kette von Unternehmen hänge am Wald und seiner sinnvollen Nutzung und Bewirtschaftung.
Der Wald und die dort arbeitenden Menschen erfahren nach Meinung von Ute Hass zurzeit nicht die ihren Arbeitsergebnissen zustehende Wertschätzung. Die Prioritäten würden ganz anders gesetzt, u.a. durch die geplante Privatisierung der Holzernte und des Holzverkaufs für die Waldbesitzenden und das Verbot, dies durch den Landesbetrieb kompetent erledigen zu lassen.
„Da der Wald ein „träges Wesen“ ist – er braucht ja immer 50 bis 100 Jahre, bis er eindeutig zeigt, was nicht in Ordnung ist –  wird die Gesellschaft zu spät begreifen, warum der Wald nicht mehr allen an ihn gestellten Ansprüchen gerecht werden kann“, sagte sie.
Ihre Worte fanden bei den „Jungen Alten“ interessierte Zuhörer und wurden bei einem Picknick diskutiert, das sich an die Wanderung anschloss. Bei Kaiserwetter gab es Kuchen, Wurst und Brötchen. Dazu spielte Frank Ledig auf dem Akkordeon manch munteres Liedchen. „Es ist sinnvoll, ab und zu mit der Försterin in den Wald zu gehen“, sagte eine Teilnehmerin. „Sie zeigt so vieles, was ich sonst niemals sehen würde.“                                                                                                                                         ush


Nach dem Waldspaziergang gab es ein leckeres Picknick.